Wie lange halten Konserven? Lagerungstipps

Eine Auswahl verschiedener Konservendosen auf einer hellen Küchenarbeitsplatte in einer freundlichen Atmosphäre.

🧭 Basiswissen – Was „Haltbarkeit von Konserven“ wirklich bedeutet

Ein paar ältere Dosen ganz hinten im Schrank, das MHD ist längst vorbei – wegwerfen oder noch essen? Genau hier hilft ein bisschen Basiswissen. Wenn du verstehst, was Mindesthaltbarkeitsdatum, Verbrauchsdatum und echte Haltbarkeit bedeuten, kannst du viel entspannter entscheiden – im Alltag und bei der Krisenvorsorge.

MHD, Verbrauchsdatum & Co. – die wichtigsten Begriffe

Nahaufnahme von Händen, die das Mindesthaltbarkeitsdatum auf dem Boden einer Konservendose kontrollieren

Bevor wir über konkrete Zahlen sprechen, klären wir die Begriffe:

  • Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD):
    • Aussage des Herstellers: „Bis zu diesem Datum ist das Produkt bei richtiger Lagerung mindestens in einwandfreiem Zustand.“
    • Danach ist das Lebensmittel nicht automatisch schlecht – Qualität (Geschmack, Farbe, Konsistenz) kann langsam nachlassen.
  • Verbrauchsdatum:
    • Kennzeichnung z. B. bei frischem Fleisch oder Hack: „Zu verbrauchen bis …“
    • Nach Ablauf nicht mehr verzehren, hier geht es klar um die Lebensmittelsicherheit.
  • Konserven und MHD:
    • Klassische Dosenkonserven tragen in der Regel ein MHD, kein Verbrauchsdatum.
    • Das bedeutet: Auch Jahre nach Ablauf können sie noch sicher essbar sein – wenn sie richtig gelagert wurden und die Dose unbeschädigt ist.

„Abgelaufen“ heißt bei Konserven oft nur: Bitte genauer hinsehen – nicht automatisch wegwerfen.

Ein typischer Anfängerfehler ist, alle Dosen direkt nach Ablauf des MHD zu entsorgen. Das kostet Geld, erzeugt unnötige Lebensmittelverschwendung und nimmt dir Sicherheit für den Notvorrat.

Warum Konserven überhaupt so lange halten

Konserven sind kleine Sicherheits-Pakete: Wenn sie einmal korrekt hergestellt und geschlossen sind, können sie erstaunlich lange stabil bleiben. Der Grund ist der Herstellprozess:

  • Erhitzung (Sterilisation/Pasteurisation): Der Inhalt wird hoch erhitzt, damit Keime und ihre Sporen abgetötet werden.
  • Luftdichte Verpackung: Die Dose wird anschließend luftdicht verschlossen – neue Keime können nicht hinein.
  • Stabiles Material: Metall- oder Glasverpackung schützt vor Licht, Sauerstoff und mechanischen Einflüssen.

Worauf es trotzdem ankommt:

  • Temperatur: Ideal sind etwa 10–18 °C, also kühl, aber frostfrei.
  • Trockenheit: Feuchte Keller fördern Rost an den Dosen.
  • Konstante Bedingungen: Starke Temperaturschwankungen mögen Konserven nicht.

🧭 Hinweis:
Hersteller planen beim MHD meist Sicherheitszuschläge ein. Das bedeutet, dass viele Konserven bei guter Lagerung deutlich länger genießbar sind, als das Datum suggeriert – das ist ein wichtiger Baustein für deinen Notvorrat.

🥫 Wie lange halten verschiedene Konservenarten?

Jetzt zur Kernfrage: Wie lange halten Konserven wirklich? Die ehrliche Antwort: Es hängt von Inhalt, Herstellverfahren und Lagerung ab. Trotzdem lassen sich grobe Richtwerte geben, die dir als Orientierung dienen.

Zur Einordnung: Viele Konserven haben ein MHD von 2–5 Jahren ab Produktion. Realistisch nutzen viele Haushalte und Prepping-Profis sie 5–10 Jahre oder länger, wenn die Dose top in Schuss ist.

Gemüse- und Obstkonserven

Gemüse- und Obstkonserven sind Klassiker im Vorratsschrank – und sie schneiden in Sachen Haltbarkeit meist sehr gut ab.

Typische Spannen:

  • Gemüse in Lake (z. B. Erbsen, Bohnen, Karotten):
    • MHD: meist 2–5 Jahre
    • Real nutzbar: häufig mehrere Jahre darüber hinaus, wenn Dose intakt und Inhalt optisch/geruchlich unauffällig ist.
  • Tomatenprodukte (passierte Tomaten, Stücke, Sugo):
    • Relativ säurehaltig, was die Haltbarkeit unterstützt.
    • MHD oft 2–3 Jahre, darüber hinaus oft noch lange genießbar.
  • Obst in Zucker- oder Fruchtsirup (Kirschen, Pfirsiche, Ananas):
    • Zucker wirkt konservierend.
    • MHD meist 2–4 Jahre, reale Nutzung oft 5+ Jahre bei guter Lagerung.

Worauf du achten solltest:

  • Leichte Farbveränderungen oder etwas weichere Konsistenz sind nicht automatisch ein Problem.
  • Kritisch sind Gärung, übler Geruch oder schäumender Inhalt – dann sofort entsorgen.

📦 Survival-Tipp:
Halte eine bunte Mischung aus Gemüse- und Obstkonserven vorrätig. Sie liefern dir im Notfall Vitamine, Ballaststoffe und Abwechslung – auch wenn frische Lebensmittel knapp sind.

Fleisch-, Wurst- und Fischkonserven

Hier wird es sicherheitsrelevanter, denn Eiweißreiches wie Fleisch und Fisch bietet Mikroorganismen besonders gute Bedingungen – sofern sie eine Chance bekommen.

Typische Spannen:

  • Fleischkonserven (z. B. Gulasch, Braten, Corned Beef):
    • MHD: häufig 2–5 Jahre.
    • Bei idealer Lagerung nutzen viele Menschen sie auch deutlich darüber hinaus.
  • Wurstkonserven (Leberwurst, Jagdwurst, Aufschnitt in Dosen):
    • Ähnlich wie Fleischkonserven, aber oft etwas kürzere MHDs.
  • Fischkonserven (Thunfisch, Makrele, Hering, Sardinen):
    • MHD: meist 2–4 Jahre.
    • Produkte in Öl sind oft etwas länger stabil als solche in Tomatensoße.

Besonderes Risiko-Thema: Botulismus

Botulismus ist eine seltene, aber ernste Lebensmittelvergiftung durch ein Bakteriengift. Gerade bei eiweißreichen, luftdicht verpackten Lebensmitteln ist Vorsicht wichtig.

⚠️ Warnung:

  • Aufgeblähte Dosen, übelriechende Inhalte oder schäumende Flüssigkeit bei Fleisch- oder Fischkonserven niemals probieren!
  • Im Zweifel: Dose ungeöffnet entsorgen und nicht „testweise kosten“.

Fertiggerichte, Suppen & Eintöpfe in Dosen

Mischgerichte in Dosen sind praktisch: aufmachen, erhitzen, fertig. Die Haltbarkeit hängt vom Mischungsverhältnis, der Säure und dem Fettgehalt ab.

  • Typische Produkte: Linsensuppe, Erbseneintopf, Ravioli, Chili con Carne.
  • MHD: meist 2–3 Jahre.
  • Realistisch oft noch einige Jahre länger nutzbar, wenn Dose gut aussieht und der Inhalt beim Öffnen normal wirkt.

Hier lohnt sich besonders ein Geruchs- und Sichtcheck:

  • Riecht der Inhalt wie erwartet?
  • Sieht die Soße „normal“ aus (keine Blasenbildung, kein Schaum, keine Verfärbungen ins Graue/Schwarze)?

💡 Survival-Tipp:
Bewahre einige schnell zubereitete Fertiggerichte für Situationen auf, in denen du wenig Energie, Zeit oder Kochmöglichkeit hast – zum Beispiel bei einem Stromausfall, wenn du nur kurz mit Gaskocher oder Campingkocher arbeiten möchtest.

Spezielle Langzeitnahrung und Notrationen

Neben normalen Konserven gibt es Produkte, die speziell für sehr lange Lagerzeiten entwickelt wurden:

  • Langzeitnahrung in Dosen oder Beuteln:
    • Oft mit deklarierten Haltbarkeiten von 10–25 Jahren.
    • Häufig gefriergetrocknet oder besonders schonend verpackt.
  • Notrationen / Kompaktnahrung (z. B. Energieriegel-Blöcke):
    • Sehr hohe Energiedichte, lange Haltbarkeit.

Diese Produkte sind ideal als Backup für echte Krisen, aber oft deutlich teurer. Für Einsteiger reicht ein Fokus auf normale Konserven plus ein paar ausgewählte Langzeitprodukte.

🧭 Hinweis:
Für die meisten Szenarien (10–14 Tage Notvorrat) kommst du mit normalen Konserven völlig aus. Langzeitnahrung wird interessant, wenn du mehrere Monate oder sehr platzsparend planen willst.

⚙️ Schritt-für-Schritt – So prüfst du, ob eine Konserve noch gut ist

Jetzt wird’s praktisch: Wie gehst du konkret vor, wenn du eine alte Dose in der Hand hast – vielleicht weit nach dem MHD? Dieser Ablauf hilft dir, ruhig und systematisch zu entscheiden.

Vor dem Öffnen – Dose visuell prüfen

Bevor du überhaupt an Dosenöffner oder Pullring denkst, schaust du dir die Dose genau an. Nimm dir 10 Sekunden Zeit, das reicht meist.

Checkliste vor dem Öffnen:

  • Form der Dose:
    • Ist sie gerade oder sichtbar aufgebläht (Bombage)?
    • Ist der Deckel nach außen gewölbt?
  • Beulen und Dellen:
    • Kleine, alte Beulen ohne weitere Auffälligkeiten sind oft unkritisch.
    • Tiefe Dellen an Nähten oder Falzen können problematisch sein.
  • Roststellen:
    • Leichter Flugrost außen ist selten ein Problem.
    • Starker Rost, bei dem Material abbröselt, ist ein klares Warnsignal.
  • Undichtigkeiten:
    • Klebrige Stellen, getrocknete Ränder oder sichtbare Flüssigkeit weisen auf einen Defekt hin.

📌 Praxis-Box – Sofort aussortieren, wenn:

  • Die Dose deutlich aufgebläht ist.
  • Flüssigkeit ausgetreten ist oder austritt.
  • Rost das Metall sichtbar angegriffen hat.

In diesen Fällen: Dose nicht öffnen, in einen separaten Müllbeutel packen und entsorgen.

Beim Öffnen und danach – Sinnescheck

Wenn die Dose äußerlich unauffällig ist, folgt der nächste Schritt: Sinnescheck beim Öffnen.

Achte auf:

  • Geräusche:
    • Ein leichtes Zischen beim Öffnen ist normal (Unterdruck).
    • Ein extremes „Ploppen“ zusammen mit Bombage ist kritisch – solche Dosen sollten gar nicht erst geöffnet werden.
  • Geruch:
    • Riecht der Inhalt so, wie du es von diesem Produkt kennst?
    • Säuerlicher, fauliger, metallischer oder „chemischer“ Geruch = weg damit.
  • Aussehen:
    • Ungewöhnliche Verfärbungen, Schimmel, schillernde Oberflächen oder Schaum sind klare Alarmzeichen.
  • Konsistenz:
    • Stark schleimige Textur oder Gasblasen im Inneren sind verdächtig.

⚙️ Praxis-Box – Sinnescheck in 4 Schritten:

  • Sehen – Inhalt in einen Teller oder Topf geben und anschauen.
  • Riechen – einmal direkt, einmal aus Abstand.
  • Fühlen – Konsistenz mit Löffel prüfen.
  • Erst wenn alles normal wirkt: kleine Menge probieren.

⚠️ Warnung:
Wenn etwas „komisch“ wirkt, nicht weiter untersuchen und nicht „retten“ wollen. Im Zweifel: wegwerfen. Deine Gesundheit ist wichtiger als eine Dose im Wert von ein paar Euro.

⚠️ Warnzeichen, bei denen du nie probieren solltest

Es gibt einige klare No-Gos, bei denen du konsequent sein solltest.

Nie probieren, wenn:

  • die Dose aufgebläht ist (Bombage),
  • deutlich Gas entweicht, sobald du sie anritzt,
  • der Inhalt schäumt oder Blasen wirft, ohne dass du erhitzt hast,
  • starker, ekelhafter oder „chemischer“ Geruch auftritt,
  • Schimmel sichtbar ist,
  • der Inhalt auffällig grau, schwarz oder schillernd verfärbt ist.

📌 Merke:

Bei massiv verdächtigen Konserven kein Geschmackstest. Mikrotoxine wie Botulinumtoxin können schon in kleinsten Mengen gefährlich sein.

📦 Richtig lagern – So verlängerst du die Haltbarkeit deiner Konserven

Ein gut organisiertes Vorratsregal mit Konserven und Vorräten in einer sauberen Speisekammer.

Mit richtiger Lagerung machst du aus normalen Konserven echte Haltbarkeits-Champions. Das Schöne: Du brauchst dafür kein Hightech-Regal, sondern vor allem System und ein bisschen Konsequenz.

Grundprinzipien der Lagerung:

  • Kühl: Ideal sind 10–18 °C – typischer Keller, Speisekammer oder kühler Flur.
  • Trocken: Kein dauerhaft feuchter Keller, sonst droht Rost.
  • Dunkel: Konserven sind robust, aber dauerhaftes Sonnenlicht schadet jeder Verpackung.
  • Ruhig: Keine extremen Temperaturschwankungen.

Geeignete Orte:

  • Vorratskeller
  • Abstellkammer oder Speisekammer
  • stabiler Vorratsschrank fern von Heizung und Herd

💡 Survival-Tipp:
Nutze ein einfaches Regalsystem mit Kategorien: ein Fach für Gemüse, eins für Obst, eins für Fleisch/Fisch, eins für Fertiggerichte. So behältst du auch in Stresssituationen den Überblick.

Checkliste – Dein jährlicher Konservenlager-Check

Einmal im Jahr (z. B. im Herbst) nimmst du dir 30–60 Minuten Zeit und gehst deinen Vorrat durch. Das ist dein kleiner „TÜV“ für das Konservenlager.

Jährliche Checkliste:

  • 📅 Daten prüfen:
    • Überfliege alle Dosen und markiere solche, deren MHD im nächsten Jahr liegt.
  • 🔍 Dosen inspizieren:
    • Sichtprüfung auf Rost, Beulen, Bombage, Undichtigkeiten.
  • 🧹 Regale reinigen:
    • Staub entfernen, eventuelle Feuchtestellen trocknen.
  • 📝 Bestandsliste aktualisieren:
    • (Optional) Eine simple Liste oder App nutzen, um Mengen zu tracken.
  • 🔁 Umschichten für FIFO:
    • Ältere Dosen nach vorne, neuere nach hinten.
  • 🗑️ Verdächtige Dosen entsorgen:
    • Alles, was nicht vertrauenswürdig aussieht, geht raus.

📦 Vorrats-Tipp:
Verbinde den Lager-Check mit einer kleinen Kochaktion: Koche gezielt aus Konserven, deren MHD bald erreicht ist, ein kräftiges Eintopf-Wochenende.

FIFO im Alltag umsetzen

FIFO („First in, first out“) ist das zentrale Prinzip, um Konserven sinnvoll zu rotieren – sowohl im Alltag als auch für den Notvorrat.

So setzt du FIFO einfach um:

  • Beim Einräumen:
    • Neue Dosen immer nach hinten stellen, ältere nach vorne.
  • Beschriftung:
    • MHD gut sichtbar nach vorne drehen.
    • Optional: zusätzlich Monat/Jahr mit wasserfestem Stift auf die Oberseite schreiben.
  • Einkaufsroutine:
    • Wenn du eine Dose aus dem Regal nimmst, notiere dir (oder merke dir) die Sorte – beim nächsten Einkauf wieder nachkaufen.
  • „Lebender Vorrat“ statt Krisenregal:
    • Konserven werden ganz normal im Alltag genutzt.
    • Der Notvorrat ist einfach eine etwas größere Menge deiner üblichen Lieblingsprodukte.

🧭 Hinweis:
Wenn du FIFO konsequent lebst, kommen Konserven selten überhaupt in die Nähe des MHD. Dein Vorrat bleibt frisch – und im Ernstfall bist du automatisch vorbereitet.

🧭 Konserven im Notvorrat – Planung für 10–14 Tage

Offizielle Stellen empfehlen meist einen Vorrat für etwa 10 Tage. Konserven sind dafür perfekt, weil sie lange halten, relativ günstig sind und sich leicht dosieren lassen.

Wichtige Ziele deines Notvorrats:

  • Energieversorgung: Genug Kalorien pro Person und Tag.
  • Nährstoffmix: Kombination aus Kohlenhydraten, Eiweiß und Gemüse/Obst.
  • Alltagstauglichkeit: Lebensmittel, die ihr wirklich mögt und auch sonst esst.
  • Einfache Zubereitung: Möglichst wenig Energie- und Wasserbedarf.

💡 Survival-Tipp:
Plane deinen Notvorrat so, dass du ihn auch mögen würdest, wenn kein Notfall wäre. Dann fällt die Rotation leicht, und du vermeidest „Angst-Regale“, die nie angerührt werden.

Beispiel: 4-Personen-Haushalt

Ein Beispiel-Vorrat an Konserven für 10 Tage für eine vierköpfige Familie auf einem Esstisch.

Ein grobes Beispiel für einen 10-Tage-Vorrat mit Schwerpunkt Konserven (2 Erwachsene, 2 Kinder). Die Zahlen sind Richtwerte und können an eure Essgewohnheiten angepasst werden.

Mögliche Verteilung für 10 Tage:

  • Gemüsekonserven:
    • ca. 20–25 Dosen (Erbsen, Möhren, Bohnen, Mais, Mischgemüse)
  • Obstkonserven:
    • ca. 10–12 Dosen (Pfirsiche, Ananas, Apfelmus, Obstcocktail)
  • Fleisch-/Wurstkonserven:
    • ca. 10–12 Dosen (Gulasch, Wurstkonserven, Bolognese, Chili)
  • Fischkonserven:
    • ca. 8–10 Dosen (Thunfisch, Makrele, Hering)
  • Fertiggerichte & Suppen:
    • ca. 15–20 Dosen (Linsensuppe, Erbseneintopf, Ravioli, Eintöpfe)

Dazu kommen idealerweise noch:

  • Reis, Nudeln, Couscous, Haferflocken
  • Mehl, Zucker, Salz, Öl
  • Spezialprodukte für Kinder (z. B. Babybrei in Gläschen) oder für besondere Ernährungsbedürfnisse

📦 Produkt-Tipp:
Setze bei der Planung auf günstige Standardkonserven aus dem Supermarkt, die ihr sowieso kennt. Ergänze bei Bedarf einige hochwertige Langzeitprodukte als Backup – diese musst du dann kaum rotieren.

Notvorrat ohne Panik – Schrittweise aufbauen

Du musst deinen Vorrat nicht an einem Tag komplett kaufen. Gerade für Anfänger ist ein schrittweiser Aufbau entspannter für Nerven und Budget.

Pragmatischer Fahrplan:

  • Starte mit einem Ziel von 3 Tagen Vorrat.
  • Jede Woche oder jeden Monat legst du beim Einkauf 2–5 extra Dosen in den Wagen.
  • Achte auf Angebote für Standardprodukte, die ihr mögt.
  • Ergänze nach und nach: Getränke, Trockenprodukte, Hygieneartikel.

🧭 Hinweis:
Sobald du die 10–14 Tage erreicht hast, geht es nur noch um Rotation und gelegentliche Ergänzung. Dein Notvorrat wird dann Teil deines normalen Haushalts – kein eigenes „Krisenzimmer“ nötig.

⚙️ Verwendung & Entsorgung – Sicher mit Konserven umgehen

Konserven sind nach dem Öffnen kein Langzeitprodukt mehr. Hier gelten ähnliche Regeln wie bei frisch gekochten Speisen.

Wichtige Punkte beim Umgang:

  • Sicheres Öffnen:
    • Stabilen Dosenöffner verwenden.
    • Vorsicht bei scharfen Kanten, besonders bei Kindern in der Nähe.
  • Umfüllen nach dem Öffnen:
    • Reste in saubere Glas- oder Kunststoffbehälter mit Deckel umfüllen.
    • Geöffnete Dosen nicht tagelang offen im Kühlschrank stehen lassen.
  • Kühlen:
    • Reste zügig abkühlen lassen und in den Kühlschrank stellen.

Richtwerte für Reste im Kühlschrank:

  • Gekochte Eintöpfe/Suppen: 2–3 Tage
  • Gemüse aus der Dose: 1–2 Tage
  • Fleisch-/Fischreste: eher 1–2 Tage, zügig verbrauchen.

⚠️ Warnung:
Bei merkwürdigem Geruch, Schimmelbildung oder starker Schleimbildung im Kühlschrank gilt ebenfalls: wegwerfen.

Zur Entsorgung verdächtiger Dosen:

  • Starke Bombage oder übler Geruch schon beim Anritzen?
    • Dose nach Möglichkeit nicht komplett öffnen.
    • In einen stabilen Müllbeutel packen, gut verschließen.
    • Über den Restmüll entsorgen.

Reste aus Konserven clever weiterverwenden

Um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, lohnt sich ein kleiner Plan für Reste.

Ideen für Resteverwertung:

  • Gemüsekonserven in Eintopf, Pfannengerichte oder Aufläufe integrieren.
  • Übrig gebliebenes Dosenobst als Dessert, Smoothie-Basis oder im Porridge verwenden.
  • Fleischkonservenreste mit Gemüse und Gewürzen zu einer schnellen Pfannengericht- oder Wrap-Füllung verarbeiten.

💡 Survival-Tipp:
Halte ein paar „Reste-Rezepte“ griffbereit, z. B. eine Standard-Gemüsepfanne oder einen „Alles-rein-Eintopf“. So fällt es dir leicht, Konservenreste sinnvoll zu nutzen.

❓ FAQ & Mythen rund um Konserven-Haltbarkeit

Zum Abschluss klären wir typische Fragen und Gerüchte, die immer wieder auftauchen.

Kurz-FAQ für den Alltag

Wie lange halten Konserven nach Ablauf des MHD?
Es gibt keine feste Zahl, weil Inhalt und Lagerung unterschiedlich sind. Bei guter Lagerung und intakter Dose können viele Konserven noch Jahre nach dem MHD genießbar sein – immer mit sorgfältigem Check.

Sind aufgeblähte Konservendosen immer gefährlich?
Ja, hier gilt eine klare Linie: Aufgeblähte Dosen nicht öffnen und nicht probieren. Sie können auf Gärung oder gefährliche Keime hinweisen.

Woran erkenne ich, ob eine Konserve schlecht geworden ist?
Achte auf Bombage, starke Rostschäden, Undichtigkeiten, üblen Geruch, Schaum, Schimmel oder ungewöhnliche Verfärbungen. Schon ein klares Warnzeichen reicht für: wegwerfen.

Welche Konserven eignen sich am besten für den Notvorrat?
Eine Mischung aus Gemüse-, Obst-, Fleisch-/Fischkonserven und einigen Fertiggerichten hat sich bewährt. Wichtig: Nur Produkte, die ihr auch wirklich esst.

Wie sollte ich Konserven ideal lagern?
Kühl, trocken, dunkel, möglichst konstant temperiert. FIFO-Prinzip nutzen, regelmäßig prüfen und bei Bedarf nachkaufen.

Kann ich Konservenreste im Kühlschrank aufbewahren?
Ja, aber bitte in einem sauberen Behälter, nicht in der offenen Dose. Reste zügig verbrauchen, meist innerhalb von 1–3 Tagen.

📌 Mythen-Check:

  • „Konserven halten ewig.“ → Nicht ganz. Sie können sehr lange halten, aber nicht unbegrenzt. Lagerung und Dosen-Zustand sind entscheidend.
  • „Jede Beule ist gefährlich.“ → Nein. Kleine, alte Beulen können unkritisch sein. Problematisch sind starke Dellen an Nähten und Bombage.
  • „Solange es nicht schlecht riecht, ist alles okay.“ → Nicht immer. Manche Gifte sind geruchlos. Deshalb bei massiven Warnzeichen (Bombage, schäumender Inhalt) niemals probieren.

🧭 Hinweis:
Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Begutachtung. Wenn du unsicher bist, entscheide im Zweifel für die Sicherheit – eine weggeworfene Dose ist leichter zu verkraften als eine Lebensmittelvergiftung.

0 0 votes
Article Rating
Subscribe
Notify of
guest
0 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments
en_USEnglish
Scroll to Top