Sicherheit im Blackout: Schutz vor Kriminalität & Gefahren
Ein großflächiger Stromausfall macht eine Stadt schnell dunkel – und damit auch unübersichtlich. Viele sicherheitsbewusste Menschen fragen sich: Wird es dann automatisch gefährlich? Und was kann ich ganz konkret tun, um mich und meine Familie zu schützen – ohne in Panik zu verfallen?
In diesem Ratgeber bekommst du einen klaren, ruhigen Überblick: Welche Risiken im Blackout wirklich relevant sind, wie du dein Zuhause sicherer machst, wie du draußen Gefahren reduzierst und wie ihr als Nachbarschaft zusammenhaltet. Mit Checklisten, Schritt-für-Schritt-Plan und praktischen Ausrüstungs-Tipps.
Sicherheit im Blackout verstehen — Risiken realistisch einschätzen (statt Panik)
🧭 Orientierung: Bevor du Maßnahmen planst, brauchst du ein realistisches Bild. Nicht jede Schlagzeile über „Plünderungen“ entspricht der Realität – aber ein Blackout ist dennoch eine Ausnahmesituation, in der Fehler und Unsicherheit gefährlich werden können.
Was ist ein Blackout – und was nicht?
Ein paar Minuten ohne Strom in der Wohnung sind Alltag. Ein Blackout meint etwas anderes:
- großflächiger, ungeplanter Stromausfall
- über viele Stunden oder Tage
- mit spürbaren Folgen für Verkehr, Kommunikation, Handel und Versorgung
Je länger der Ausfall dauert, desto mehr Bereiche sind betroffen:
- Kurz (bis ca. 2 Stunden): Licht aus, Aufzüge stehen, Router tot – aber Alltagsroutine bleibt weitgehend erhalten.
- Mittel (einige Stunden bis 1 Tag): Kühlregale im Supermarkt, Ampeln, Tankstellen, EC-Zahlung – vieles fällt aus.
- Lang (mehrere Tage): Logistik, medizinische Versorgung, öffentliche Ordnung und Kommunikation geraten unter Druck.
⚠️ Warnung: Für deine persönliche Sicherheit ist nicht nur die Dauer entscheidend, sondern auch der Zeitpunkt (Mitten in der Nacht vs. tagsüber) und der Ort (dichtes Wohngebiet vs. ländliche Gegend).
Kriminalität im Blackout – Mythen vs. realistische Gefahren
Rund um Blackout-Szenarien kursieren viele extreme Bilder. Hilfreicher ist eine nüchterne Einordnung:
Typische realistische Risiken:
- Gelegenheitseinbrüche: Dunkelheit und ausgefallene Alarmanlagen können Einbrüche erleichtern – vor allem bei schlecht gesicherten Wohnungen und Häusern.
- Diebstähle im Dunkeln: Fahrräder, schlecht gesicherte Keller und Garagen, offene Fenster.
- Konflikte aus Stress: Gereizte Menschen, Warteschlangen, Missverständnisse, aggressives Verhalten.
Weniger realistisch (aber medial präsent):
- flächendeckende Plünderungszüge in jedem Stadtviertel
- spontan „gesetzlose Zonen“ überall
- massenhaft organisierte Überfälle auf Wohnhäuser
💡 Tipp: Plane deine Sicherheit so, dass du auf realistische Opportunitätsdelikte vorbereitet bist – also Taten, bei denen jemand eine günstige Gelegenheit nutzt. Dafür musst du nicht jedes Katastrophenszenario ausmalen.
Warum Dunkelheit und Unsicherheit Risiken verstärken
Dunkelheit allein ist nicht „böse“. Sie hat aber mehrere Effekte:
- Sichtbarkeit sinkt: Du siehst weniger, wirst leichter überrascht.
- Kontrolle sinkt: Viele fühlen sich ausgeliefert und handeln hektischer.
- Gerüchte verbreiten sich schneller: Ohne verlässliche Infos wachsen Angst und Fantasie.
Das alles kann zu riskanten Entscheidungen führen – zum Beispiel:
- unnötige Wege im Dunkeln
- aggressive Reaktionen aus Angst
- überstürzte Fahrten mit Auto oder Fahrrad ohne Straßenbeleuchtung
⚙️ Praxis: Sicherheit heißt nicht, überall „Abwehr“ aufzubauen, sondern vor allem Fehler zu vermeiden: ruhiger bleiben, Wege reduzieren, klare Regeln mit der Familie haben.
Warum Sicherheitsplanung ein Teil von Krisenvorsorge ist
Krisenvorsorge wird oft mit Wasserkanistern und Konserven verbunden. Aber:
Ohne Sicherheitsplan kannst du gut mit Nahrung versorgt sein – und triffst trotzdem im Stress riskante Entscheidungen.
Ein einfacher Sicherheitsplan hilft dir:
- Prioritäten zu setzen (wer bleibt wo, wer geht wohin?)
- innerlich ruhiger zu bleiben
- schneller zu reagieren, wenn wirklich etwas passiert
Im Rest des Artikels gehen wir Schritt für Schritt durch alle Bereiche: Zuhause, unterwegs, Nachbarschaft, Ausrüstung, Psychologie. Am Ende kannst du daraus deinen persönlichen Sicherheits-Notfallplan erstellen.
Dein Zuhause als sicherer Rückzugsort
🧭 Orientierung: In einem Blackout ist dein Zuhause meistens der sicherste Ort. Ziel ist nicht, eine Festung zu bauen, sondern Schwachstellen zu reduzieren und keine unnötige Aufmerksamkeit zu erzeugen.
Schwachstellen-Check: Türen, Fenster, Keller, Balkon, Haustür
Starte mit einem ruhigen Rundgang durch deine Wohnung/dein Haus:

💡 Checkliste – Sicherheits-Quick-Check Zuhause
- Wohnungstür solide, mit gutem Schloss und möglichem Zusatzriegel?
- Fenster im Erdgeschoss oder leicht erreichbar (Balkon, Flachdach) gesichert?
- Kellertüren und Nebeneingänge abschließbar und stabil?
- Haustür des Hauses (Mehrfamilienhaus) schließt zuverlässig?
- Sichtbarkeit von außen: Können Fremde leicht erkennen, ob jemand zu Hause ist?
Erstelle dir eine einfache Liste: Schwachstelle → Maßnahme → Aufwand.
| Bereich | Risiko | Maßnahme | Aufwand |
|---|---|---|---|
| Wohnungstür | leicht aufzuhebeln | Zusatzschloss/Riegel nachrüsten | mittel |
| Wohnzimmerfenster | leicht erreichbar vom Balkon | abschließbare Fenstergriffe | gering |
| Kellertür | dünnes Holz, altes Schloss | massiver Riegel, neues Schloss | mittel |
| Haustür | bleibt oft offen stehen | Nachbarschafts-Absprachen | gering |
⚙️ Praxis: Fang mit den günstigen, einfachen Maßnahmen an, die du in wenigen Stunden umsetzen kannst. Komplexe Umbauten kannst du später planen.
Tür- und Fenstersicherung bei Stromausfall
Mechanische Sicherungen funktionieren ohne Strom – ein großer Vorteil im Blackout.
Sinnvolle Basis-Maßnahmen:
- stabile Schließbleche und Zusatzriegel an der Wohnungstür
- abschließbare Fenstergriffe an gefährdeten Fenstern
- einfache Fenstersicherungen für Kippstellungen
- Türspion bzw. Kamera-Spion (falls vorhanden) sinnvoll nutzen
⚠️ Warnung: Verlasse dich nicht ausschließlich auf elektronische Alarmsysteme. Ohne Strom oder mit leerem Akku sind sie nutzlos.

Notbeleuchtung & Signale – sehen, ohne selbst im Rampenlicht zu stehen
Licht ist ein zentraler Sicherheitsfaktor – im Haus und im Treppenhaus.
Für innen:
- Stirnlampen und Taschenlampen an festen Plätzen (z.B. am Bett, im Flur)
- batteriebetriebene LED-Laternen für Gemeinschaftsräume
- eine Lampe pro Person plus Reservebatterien
Für außen:
- Bewegungsmelder oder Solarleuchten (sofern vorhanden) können abschrecken
- Licht im Haus nicht unnötig nach außen strahlen lassen – „Low Profile“
💡 Tipp: Markiere wichtige Wege in der Wohnung mit Leuchtstreifen (z.B. an Treppenstufen, Türrahmen). So musst du nicht immer alle Lampen einschalten.
Wertsachen, Tresor & Aufbewahrung im Blackout
Im Blackout solltest du nicht sichtbar mit Bargeld oder Wertsachen hantieren.
Grundregeln:
- Wertsachen an ein bis zwei festen, unauffälligen Orten aufbewahren
- kleine, unauffällige Wertbehälter statt großer sichtbarer Tresore (die eher „lohnend“ wirken)
- wichtige Unterlagen (Ausweise, Versicherungen, Kontaktlisten) griffbereit in einer Mappe
⚠️ Warnung: Mach keine spontanen „Versteckaktionen“ im Stress („Ich leg das mal eben hier hin“). Später findest du es womöglich nicht wieder.
Persönliche Sicherheit draußen

🧭 Orientierung: Das Risiko steigt, wenn du dich im Dunkeln draußen bewegst – besonders in unbekannten Gegenden, leeren Straßen oder Parkhäusern. Ziel: Wege minimieren, Zeit im Dunkeln reduzieren, bewusster unterwegs sein.
Risiko-Situationen erkennen
Typische Situationen mit erhöhtem Risiko:
- dunkle Treppenhäuser und Flure ohne Notbeleuchtung
- Tiefgaragen und Parkhäuser mit wenig Betrieb
- abgelegene Bushaltestellen oder Unterführungen
- schlecht beleuchtete Wege durch Parks oder Hinterhöfe
💡 Tipp: Überlege dir schon vor einem möglichen Blackout, welche Wege du alternativ nutzen kannst – z.B. Haupteingänge, belebtere Straßen, Umwege über hellere Bereiche.
Sicher durch Treppenhaus, Flur & Aufzug
- wenn möglich Aufzug meiden (Bleibgefahr bei Stromschwankungen)
- Taschenlampe bereit halten, bevor du die Wohnung verlässt
- bewusst hören: Stimmen, Schritte, ungewöhnliche Geräusche
- nicht mit Kopfhörern oder lautem Handyton unterwegs
⚙️ Praxis: Sprich in der Hausgemeinschaft ab, dass Treppenhäuser freigehalten werden (keine Gegenstände im Weg). Im Dunkeln sind herumstehende Fahrräder oder Kartons echte Stolperfallen.
Unterwegs im Dunkeln – Licht, Reflexion & Aufmerksamkeit
Grundregeln für sichere Bewegung draußen:
- Licht sparsam, aber gezielt nutzen: lieber kurze Lichtimpulse zur Orientierung als dauerhaft strahlende Taschenlampe
- Reflektierende Elemente an Jacke oder Rucksack nutzen (Sichtbarkeit im Straßenverkehr)
- Wertsachen verdeckt tragen: keine sichtbaren Smartphones, keine offenen Geldbörsen
- wichtige Dokumente und etwas Bargeld körpernah (z.B. in Innentasche)
⚠️ Warnung: Vermeide es, in der Öffentlichkeit mit großen Powerbanks, teuren Smartphones oder dicken Geldscheinen zu hantieren – im Dunkeln werden solche Dinge noch mehr zum Blickfang.
Deeskalation statt Konfrontation – Verhaltensstrategien
Kommt es zu einer bedrohlichen Situation, gilt:
- Distanz schaffen: wenn möglich frühzeitig die Richtung wechseln, Straßenseite wechseln, in belebtere Bereiche gehen.
- Körperhaltung: aufrecht, entschlossen, aber nicht provozierend.
- Stimme: laut und klar, wenn du Hilfe brauchst („Hilfe! Feuer!“ oder „Rufen Sie die Polizei!“ sind verständliche Rufe).
- Keine Heldenrolle: Verteidige nicht um jeden Preis Gegenstände – deine Gesundheit geht vor.
💡 Tipp: Besprich mit deiner Familie klare „Exit-Strategien“: Was tut ihr, wenn sich jemand bedrängt fühlt? Wohin könnt ihr spontan ausweichen (z.B. Tankstelle, Hotel, beleuchtete Lobby, wenn vorhanden)?
Nachbarschaft & Gemeinschaft – zusammen sicherer
🧭 Orientierung: In einem Blackout sind Nachbarn oft die wichtigsten Verbündeten. Eine lose, freundliche Vernetzung kann deine Sicherheit deutlich erhöhen – ganz ohne große Organisation.
So startest du ein Blackout-Gespräch mit Nachbarn
Viele Menschen denken über Blackout nach, sprechen aber nicht darüber. Du kannst den Anfang machen – ohne Panik zu verbreiten.
Mögliche Gesprächseinstiege:
- „Habt ihr euch schon mal Gedanken gemacht, was wir bei längerem Stromausfall im Haus machen würden?“
- „Ich würde gern ein paar einfache Regeln für unser Haus überlegen – hättet ihr Interesse?“
⚙️ Praxis: Hänge bei Gelegenheit eine kleine Info-Notiz ins Treppenhaus („Interesse an gemeinsamer Blackout-Vorsorge? Bitte hier melden.“) und sammle Kontaktmöglichkeiten.
Einfache Spielregeln für die Hausgemeinschaft
Beispiele für sinnvolle, einfache Regeln:
- Haustür wird auch im Blackout bewusst geschlossen gehalten.
- Niemand lässt fremde Personen einfach mit ins Haus („mitlaufen“), ohne nachzufragen.
- Treppenhaus bleibt frei von Hindernissen.
- Es gibt einen Treffpunkt im Haus (z.B. Eingangsbereich oder Hof) für Infos.
💡 Tipp: Haltet die Regeln kurz (max. 5–7 Punkte) und hängt sie gut sichtbar aus.
Vertrauenswürdige Kontakte & Helfer identifizieren
Überlege gemeinsam mit den Nachbarn:
- Wer hat medizinische Kenntnisse (Pflege, Erste Hilfe)?
- Wer hat Licht- oder Funktechnik?
- Wer kann gut organisieren oder koordinieren?
- Wer ist besonders schutzbedürftig (ältere Menschen, Familien mit Babys, Personen mit Einschränkungen)?
⚠️ Warnung: Teilt sensible Informationen (z.B. große Bargeldbestände, Waffendepots etc.) nicht offen in der Nachbarschaft. Es geht um Sicherheit, nicht um vollständige Transparenz.
Notfallplan Sicherheit Blackout – Schritt für Schritt

🧭 Orientierung: Jetzt wird es konkret. In diesem Abschnitt erstellst du deinen persönlichen Sicherheits-Notfallplan. Nimm dir ein Blatt Papier oder ein Notizbuch und arbeite die Schritte durch.
Schritt 1: Risiken im eigenen Alltag analysieren
Fragen zur Standortbestimmung:
- Wohnst du im Erdgeschoss, Hochparterre oder höher?
- Stadtwohnung, Reihenhaus oder freistehendes Haus?
- Wer lebt im Haushalt (Kinder, ältere Personen, Haustiere)?
- Welche Wege sind im Alltag unvermeidbar (Arbeit, Schule, Pflege von Angehörigen)?
💡 Tipp: Markiere auf einem einfachen Stadtplan oder in einer Skizze wichtige Orte (Wohnung, Arbeit, Schule, Verwandte) und mögliche sichere Treffpunkte.
Schritt 2: Sicherheitsziele definieren
Formuliere 3–5 klare Ziele, z.B.:
- „Bei Stromausfall nach 20 Uhr verlässt niemand mehr allein das Haus.“
- „Kinder gehen im Blackout nur in Begleitung Erwachsener nach draußen.“
- „Wir nutzen nur noch zwei festgelegte Wege zwischen Wohnung und Arbeit.“
⚙️ Praxis: Schreibe diese Ziele sichtbar auf (z.B. an den Kühlschrank) – so werden sie zu Familienregeln, nicht nur zu Vorsätzen.
Schritt 3: Maßnahmenliste für Zuhause & unterwegs erstellen
Erstelle zwei Spalten:
Zuhause:
- Tür- und Fenstersicherungen nachrüsten
- Notbeleuchtung einrichten
- Wertsachen organisiert und unauffällig lagern
- Kontaktliste ausdrucken (Nachbarn, Familie, Polizei, Arztpraxen)
Unterwegs:
- sichere Wege festlegen
- „Kein Allein-unterwegs-nach-22-Uhr“-Regel (je nach Situation)
- Treffpunkte definieren, falls Kommunikation ausfällt
Schritt 4: Kommunikations- & Treffpunkt-Regeln festlegen
Da Handynetz und Internet im Blackout eingeschränkt oder überlastet sein können, braucht ihr klare Regeln ohne Technik:
- Fester Treffpunkt, wenn jemand nicht nach Hause kommt (z.B. Eingangsbereich, bestimmter Platz in der Nähe)
- Zeitfenster („Wenn du 1 Stunde überfällig bist, treffen wir uns dort.“)
- Notfall-Signale im Haus (z.B. dreimal klopfen an der Wohnungstür = „Alles okay?“)
💡 Tipp: Legt eine laminierte Notfallkarte an – mit Adressen, Treffpunkt, wichtigen Telefonnummern. So bleibt sie auch bei Regen oder im Chaos lesbar.
Schritt 5: Plan testen und aktualisieren
Ein Plan wirkt erst, wenn er geübt wurde.
- Macht eine kleine „Übung“: Simuliert abends einen Stromausfall für 30–60 Minuten.
- Prüft: Finden alle im Dunkeln die Lampen? Funktionieren eure Wege? Sind die Regeln verständlich?
- Passt euren Plan auf Basis der Erfahrungen an.
⚙️ Praxis: Wiederholt diese Übung alle 6–12 Monate. So verankert sich der Plan im Alltag, ohne Angst zu machen.
Ausrüstung & Technik: Was wirklich hilft
🧭 Orientierung: Du brauchst für den Anfang keine Hightech-Ausrüstung. Einige wenige, durchdachte Produkte erhöhen deine Sicherheit im Blackout deutlich.
Licht & Orientierung als Sicherheitsfaktor
Sinnvolle Grundausstattung:
- Stirnlampen (eine pro Person) – Hände bleiben frei
- Taschenlampen an festen Stellen (Flur, Schlafzimmer, Küche)
- LED-Laternen für ganze Räume
- ausreichend Batterien und/oder aufladbare Akkus mit Ladegerät
💡 Tipp: Teste deine Lampen regelmäßig – und notiere das Kaufdatum der Batterien auf der Packung.
Einfache mechanische Sicherungen mit großer Wirkung
Beispiele mit gutem Verhältnis von Aufwand zu Nutzen:
- Türkeile gegen ungewolltes Öffnen von innen
- Zusatzriegel und Kastenschlösser
- abschließbare Fenstergriffe
- simple Stangen oder Sicherungselemente für Schiebetüren
⚠️ Warnung: Übertreibe es nicht mit sichtbaren „Wehrmaßnahmen“ (z.B. Stacheldraht, Fallen). Sie können rechtliche Probleme bringen und im Ernstfall auch für dich selbst gefährlich werden.
Kommunikation, Alarmierung & Dokumentenschutz
Für mehr Sicherheit im Informations-Chaos:
- einfache Signalpfeife für Notsituationen draußen
- ggf. kleine, batteriebetriebene Alarmgeräte (z.B. Tür-/Fensteralarm)
- Powerbanks mit ausreichender Kapazität für Handy & Stirnlampen
- wichtige Dokumente zweifach sichern: einmal in Papierform, einmal digital (verschlüsselt) und an sicherem Ort
💡 Tipp: Lege einen kleinen Sicherheitsordner an mit:
- Kopien von Ausweisen
- Versicherungsdaten
- Notfall-Kontaktliste
- Kurzfassung eures Sicherheits-Notfallplans
Psychologie, Kinder & Emotionen – ruhig bleiben im Ausnahmezustand

🧭 Orientierung: Technik und Ausrüstung sind nur eine Seite. Wie du mit Angst, Unsicherheit und Stress umgehst, entscheidet maßgeblich über deine Sicherheit – und die deiner Familie.
Wie Dunkelheit auf Erwachsene und Kinder wirkt
- Kinder können Dunkelheit schnell mit „Gefahr“ verknüpfen.
- Erwachsene fühlen sich verunsichert, wenn gewohnte Strukturen wegfallen.
- Geräusche wirken im Dunkeln oft bedrohlicher, als sie sind.
⚙️ Praxis: Erkläre deiner Familie vorher, dass ein Stromausfall zwar unangenehm ist, ihr aber einen Plan habt. Allein dieses Wissen reduziert Angst.
Mit Kindern über Blackout & Sicherheit sprechen
- altersgerecht erklären („Manchmal geht das Licht für länger aus. Dann machen wir es uns zu Hause sicher und gemütlich.“)
- klare, einfache Regeln formulieren („Du gehst nicht allein ins Treppenhaus, wir holen dich ab.“)
- Kinder in kleine Aufgaben einbinden (Lampe halten, Kerzen zählen, Checkliste abhaken)
💡 Tipp: Macht gelegentlich einen „Strom-frei-Abend“ (ohne echte Notlage): Kein Strom, nur Lampen und Spiele. So verknüpfen Kinder die Situation mit etwas Bekanntem – nicht nur mit Angst.
Rituale & Routinen, die Stabilität geben
- fester Platz für abendliche Lagebesprechung („Wie geht es allen? Was brauchen wir morgen?“)
- kleine Rituale vor dem Schlafengehen (z.B. eine Geschichte, eine kurze Runde Dankbarkeit)
- bewusst Medienpausen einlegen, wenn Radio/Handy noch funktionieren – nicht ständig Nachrichten konsumieren
Nach dem Blackout: Erfahrungen auswerten
Wenn der Strom wieder da ist:
- gemeinsam besprechen: Was hat gut funktioniert? Was nicht?
- Plan anpassen und Verbesserungen umsetzen
- positive Aspekte hervorheben (Zusammenhalt, Kreativität, gegenseitige Hilfe)
⚠️ Warnung: Nimm anhaltende Angst oder Schlafprobleme bei Kindern (oder Erwachsenen) ernst. Sprich ggf. mit Ärzt:innen oder Beratungsstellen.
FAQ: Häufige Fragen zur Sicherheit im Blackout
Kommt es bei einem Blackout automatisch zu Plünderungen?
Nein. Es kann zu mehr Gelegenheitstaten kommen, aber flächendeckende Plünderungen sind nicht die automatische Folge. Gute Vorbereitung und ruhiges Verhalten senken Risiken deutlich.
Wie sichere ich meine Wohnung im Blackout am einfachsten?
Starte mit stabiler Wohnungstür, einfachen Fenster-Sicherungen, Notbeleuchtung und klaren Regeln, wer wann die Wohnung verlässt. Viele Maßnahmen sind mit wenig Geld umsetzbar.
Welche Sicherheitsausrüstung lohnt sich speziell für Stromausfälle?
Stirn- und Taschenlampen, Batterievorräte, mechanische Tür- und Fenstersicherungen, ein kleiner Dokumenten- und Notfallordner sowie einfache Signal- und Alarmmittel.
Wie verhalte ich mich, wenn Polizei oder Notruf überlastet sind?
Konzentriere dich auf Selbstschutz: sichere Umgebung, Nachbarschaftshilfe, klare Familienregeln. Nur in akuten Notfällen das Rettungssystem belasten.
Wie kann ich meine Kinder vorbereiten, ohne ihnen Angst zu machen?
Sprich sachlich, übt einfache Regeln und bindet sie in kleine Aufgaben ein. Ein geplanter „Strom-frei-Abend“ kann helfen, die Situation kennenzulernen.
Soll ich im Blackout lieber zu Hause bleiben oder zu Freunden/Familie fahren?
In den meisten Fällen ist es sicherer, zunächst zu Hause zu bleiben, besonders nachts. Fahrten im Dunkeln ohne Straßenbeleuchtung erhöhen das Risiko. Fahrten nur gut geplant und bei Bedarf.
Dein nächster Schritt: Sicherheits-Notfallplan erstellen
💡 Tipp: Nutze die Inhalte dieses Artikels, um jetzt direkt deinen persönlichen Plan aufzuschreiben:
- Kurze Risikoanalyse für deinen Alltag
- 3–5 klare Sicherheitsziele formulieren
- Maßnahmenliste für Zuhause und unterwegs erstellen
- Treffpunkte und Kontaktliste festlegen
- Einen Probe-Abend ohne Strom machen und den Plan testen
Wenn du diesen Plan einmal auf Papier hast, bist du vielen anderen einen entscheidenden Schritt voraus – ruhiger, klarer und besser vorbereitet auf einen möglichen Blackout.

