Ein kurzer Stromausfall ist nervig – das Licht flackert, der Router fällt aus, das Abendessen verzögert sich. Ein echter Blackout dagegen kann deinen Alltag tagelang auf den Kopf stellen.
In diesem Artikel schauen wir uns ohne Panik, aber mit realistischer Brille an:
- Wie lange Stromausfälle in Deutschland typischerweise dauern
- Welche Szenarien von Stunden bis Wochen realistisch sind
- Was in deinem Alltag wann ausfällt
- Für welche Dauer du sinnvoll vorsorgen solltest – und wie du das Schritt für Schritt machst
🧭 Grundlagen – Was ist ein Blackout und wie unterscheidet er sich vom Stromausfall?
Bevor wir über die „Blackout Dauer“ sprechen, müssen wir klären, wovon wir überhaupt reden.
Begriffe einfach erklärt
- Stromausfall
Lokale oder regionale Unterbrechung der Stromversorgung: ein Stadtteil, ein Ort, manchmal ein größerer Bereich.
Ursachen: Unwetter, Bauarbeiten, technische Defekte, Schaltfehler, gelegentlich Sabotage. - Blackout
Großflächiger, meist länderübergreifender und ungeplanter Stromausfall, bei dem Teile des Übertragungsnetzes zusammenbrechen.
Folgen: Viele Regionen oder mehrere Länder sind gleichzeitig betroffen, teilweise über längere Zeit.
Im Alltag werden die Begriffe oft durcheinandergeworfen. Wichtig für dich ist:
Für deine Vorsorge zählt in erster Linie die Dauer ohne Strom – egal, ob es technisch ein „Stromausfall“ oder „Blackout“ ist.
Wie häufig sind Stromausfälle bei uns?
Die gute Nachricht zuerst:
In Deutschland ist die Stromversorgung sehr zuverlässig. Die durchschnittliche Unterbrechungsdauer lag 2024 bei nur rund 11,7 Minuten pro Kunde und Jahr.(Bundesnetzagentur)
Das bedeutet:
- Die meisten Menschen erleben nur kurze Ausfälle von wenigen Minuten
- Längere Ausfälle von mehreren Stunden sind eher Ausnahmen
- Mehrtägige Ausfälle bleiben selten, kommen aber lokal vor (z.B. nach schweren Stürmen oder technischen/kriminellen Vorfällen)
Beispiele für längere Stromausfälle:
- Berlin-Köpenick 2019: ca. 31 Stunden ohne Strom für rund 30.000–31.000 Haushalte, nachdem Bauarbeiten zwei wichtige Stromkabel beschädigt hatten.(Deutschlandfunk Kultur)
- Berlin-Südosten 2025: rund 50.000 Haushalte waren durch einen Brandanschlag zeitweise bis zu etwa 60 Stunden ohne Strom – der längste Ausfall in Berlin seit mindestens 25 Jahren.(DIE WELT)
Solche Ereignisse zeigen:
Sehr lange Ausfälle sind selten – aber sie passieren.
Wann wird aus einem Stromausfall ein Blackout?
Eine feste Minuten- oder Stundengrenze gibt es nicht. Typische Unterschiede:
- Normaler Stromausfall
- Räumlich begrenzt (Stadtteil, Region)
- Ursache oft klar (Sturm, Bauarbeiten, Defekt)
- Netzbetreiber arbeiten mit relativ klaren Reparaturszenarien
- Blackout (im engeren Sinn)
- Großflächig, mehrere Regionen oder Länder
- Ursache im Verbundnetz (Lastfehler, Kettenreaktion, ggf. Cyberangriff)
- Wiederaufbau des Netzes (sogenannter „Netzwiederaufbau“) ist komplex und kann deutlich länger dauern
Offizielle Stellen und Netzbetreiber betonen, dass ein flächendeckender Blackout in Deutschland „äußerst unwahrscheinlich“ ist.(Bundesregierung)
Das ist wichtig für deinen Kopf: Es geht nicht darum, vom Untergang auszugehen – sondern darum, vernünftig längere Ausfälle einkalkulieren zu können.
🧭 Blackout Dauer: Welche Zeiträume sind realistisch?
Statt in Katastrophen-Bildern zu denken, hilft eine einfache Einteilung nach Dauer. Diese Kategorien sind praxisnah:
- Kurz: bis 4 Stunden
- Mittel: 4–24 Stunden
- Mehrere Tage: 1–3 Tage
- Eine Woche: 4–7 Tage
- Länger: über 7 Tage
Kurz, mittel, lang – sinnvolle Kategorien für deinen Plan
Bis 4 Stunden
- Kommt relativ häufig vor (z.B. Störungen, Schaltarbeiten, Unwetterfolgen)
- Meist keine größeren Probleme, eher Komfortverlust
- Kühlschrank bleibt in der Regel unkritisch, Heizungssysteme „überleben“ das meist problemlos
4–24 Stunden
- Wird seltener, ist aber immer noch ein realistisches Szenario
- Kühlkette wird langsam relevant
- Kommunikation (Handy, Router, Laptop) hängt von deinem Akku-Management ab
- Geschäfte, Tankstellen, Ampeln können ausfallen
1–3 Tage
- Das ist bereits ein ernster Alltags-Ausnahmezustand
- Wasser, Heizung, Lebensmittelversorgung, Bezahlen, Tanken, medizinische Versorgung: alles gerät zunehmend unter Druck
- Beispiele wie Berlin-Köpenick oder der Stromausfall im Berliner Südosten 2025 zeigen, dass 1–2,5 Tage real vorkommen können.(Deutschlandfunk Kultur)
4–7 Tage
- Deutlich seltener, eher nach schweren Naturereignissen (Sturm, Flut) oder massiven technischen Problemen
- In dieser Zeit zeigen sich strukturelle Schwächen: Logistik, Müll, Sicherheit, Vorräte
Über 7 Tage
- Extremes Szenario, aber: Offizielle Empfehlungen für Notvorrat gehen häufig in Richtung 10 Tage Selbstversorgung, um genau solche Lagen abzufedern.(BBK Bundesamt)
Was uns vergangene Stromausfälle lehren
Aus europäischen Ereignissen und größeren lokalen Ausfällen lässt sich grob festhalten:
- Stundenbereich: Standardfälle, relativ schnell beherrschbar
- 1–3 Tage: selten, aber real; trifft dich schon spürbar im Alltag
- >3 Tage: eher Folge von außergewöhnlichen Ereignissen (schwere Stürme, gezielte Sabotage, kombinierte Krisen)
💡 Realistische Orientierung für dich:
- Basisziel: Vorbereitung für 72 Stunden (3 Tage)
- Erweitertes Ziel: Schrittweiser Ausbau auf 7–10 Tage – im Einklang mit offiziellen Empfehlungen
Damit deckst du die allermeisten realistischen Szenarien ab, ohne ins Extrem-Prepping abzurutschen.
Wie Netzbetreiber auf Störungen reagieren
Wichtig für die Einschätzung der Blackout Dauer:
- Störungen werden in der Regel priorisiert behoben:
- kritische Infrastruktur (Krankenhäuser, Wasserwerke)
- dicht besiedelte Gebiete
- Bei bekannter Ursache (z.B. Kabelschaden) können Netzbetreiber relativ gut abschätzen, wie lange Reparaturen dauern
- Bei komplexen Netzproblemen oder Sabotage können Diagnose und Wiederaufbau viel länger brauchen
Für dich heißt das:
Du kannst nicht davon ausgehen, dass „die schon schnell alles reparieren“. Deine Planung sollte nicht auf Optimismus, sondern auf Puffer setzen.
⚙️ Auswirkungen nach Stunden, Tagen und Wochen – was fällt wann aus?
Jetzt wird’s greifbar: Was bedeutet eine bestimmte Blackout Dauer praktisch?
Übersicht: Dauer vs. Auswirkungen
| Dauer | Strom & Licht | Wasser / Abwasser | Nahrung / Kühlung | Heizung / Wärme | Kommunikation & Info | Mobilität & Geld | Sicherheit / Umfeld |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 0–4 Stunden | Licht aus, Router aus, Akku läuft | Meist noch stabil | Kühlschrank unkritisch | Heizung kurzfristig unproblematisch | Handy & Powerbank reichen | Ampeln evtl. aus, Kartenzahlung gestört | Kaum Veränderungen |
| 4–24 Stunden | Alltag stark gestört | Erste Probleme in höheren Etagen | Tiefkühlung kritisch bei häufigem Öffnen | Elektro- & Wärmepumpenheizung fällt aus | Mobilfunk teilweise überlastet/Akkus leer | Tanken schwierig, Karten oft nicht nutzbar | Dunklere Straßen, mehr Unsicherheit |
| 1–3 Tage | Alles stromabhängige steht | Wasser kann in Teilen ausfallen | Vorräte & alternative Kochmöglichkeiten nötig | Wohnräume kühlen merklich aus | Infos v.a. über Batterieradio | ÖPNV gestört, Bargeld sehr wichtig | Mehr Konflikte um Ressourcen möglich |
| 4–7 Tage | Alltag weitgehend lahmgelegt | Versorgungsunterbrechungen wahrscheinlicher | Versorgung über Vorräte / Notversorgung | Kritisch bei Winter, Ausweichlösungen nötig | Kommunikation stark eingeschränkt | Lieferketten massiv gestört | Sicherheit & Ordnung stärker gefordert |
| >7 Tage | Langfristige Ausnahmesituation | Versorgung abhängig von Notfallplänen | Langfristige Umstellung auf Notversorgung | Alternative Heizkonzepte entscheidend | Nur wenige, robuste Kanäle funktionieren | Wirtschaft und Infrastruktur schwer betroffen | Zunehmende soziale Spannungen möglich |
24 Stunden ohne Strom – was passiert wirklich?
Nach einem Tag ohne Strom spürst du:
- Kein Licht, kein normaler Herd, kein Backofen
- Kühlschrank wird kritisch – insbesondere bei häufigem Öffnen
- Ohne Powerbank/Reserve: Handy und Laptop sind leer
- Kartenzahlung funktioniert oft nicht, Geldautomaten können ausfallen
- Heizung (bei vielen Systemen) ist außer Betrieb – im Winter merkbar
Mit einem kleinen Vorrat, ein paar Kerzen, Taschenlampe, Powerbank, Gaskocher o.Ä. kommst du da relativ gut durch.
3 Tage ohne Strom – kritische Kipppunkte
Ab ca. 72 Stunden wird es deutlich ernster:
- Vorräte im Kühlschrank sind an ihrer Grenze, Tiefkühlvorräte tauen ab
- Ohne Wasserpuffer kann die Versorgung (je nach Region und System) zum Problem werden
- Im Winter: Wohnräume sind spürbar ausgekühlt
- Tanken ist schwierig oder unmöglich, Mobilität wird eingeschränkt
- Medikamente, die kühl gelagert werden müssen, werden kritisch
- Informationen sind eingeschränkt – ohne Radio bist du schnell „blind“
→ Spätestens hier macht sich realistische Vorsorge bezahlt: Wasser, haltbare Lebensmittel, ein Notkocher, Licht, Decken, Batterieradio.
Länger als eine Woche – warum dieses Szenario trotzdem bedacht werden sollte
Mehr als 7 Tage ohne normale Stromversorgung sind ein eher extremes Szenario – aber:
- Naturkatastrophen (z.B. großflächige Sturmschäden) oder Sabotage können in Teilregionen länger nachwirken
- Offizielle Empfehlungen zur Vorratshaltung schlagen deshalb häufig 10 Tage Selbstversorgung vor.(BBK Bundesamt)
Du musst nicht „für Monate“ planen. Aber:
7–10 Tage Versorgung als langfristiges Ziel sind einfach ein vernünftiger Sicherheitsgurt.
⚙️ Schritt-für-Schritt: So planst du für verschiedene Stromausfall-Längen
Jetzt kommt der praktische Teil: Wie übersetzt du die Blackout Dauer in eine konkrete Vorsorge?
Schritt 1: Deine Situation analysieren
Stell dir ein paar einfache Fragen:
- Wie viele Personen leben in deinem Haushalt?
- Stadtwohnung oder Haus auf dem Land?
- Gibt es besondere Bedürfnisse (Babys, Ältere, chronische Krankheiten, Tiere)?
- Wie wird geheizt? (Gastherme, Fernwärme, Wärmepumpe, Holzofen …)
- Wie abhängig bist du von Technik (Homeoffice, Medizin, elektrische Hilfsmittel)?
💡 Survival-Tipp: Schreib diese Punkte kurz auf – sie bestimmen dein Mindestniveau an Vorräten und Ausrüstung.
Schritt 2: Ziel-Dauer festlegen
Starte realistisch:
- Einsteigerziel:
- Vorräte & Ausstattung für 72 Stunden (3 Tage)
- Ausbauziel:
- Schrittweise Erweiterung auf 7–10 Tage
Damit bist du bereits deutlich besser aufgestellt als der Durchschnitt – ohne dein Leben komplett umzustellen.
Schritt 3: Bedarf pro Tag grob berechnen
Wasser
- Richtwert: etwa 2 Liter Trinkwasser pro Person und Tag
- Dazu etwas Wasser für Hygiene / Kochen (je nach Komfortanspruch 1–2 Liter zusätzlich)
Beispiel Haushalt (4 Personen):
- 3 Tage: 4 Personen × 3 Tage × 2–3 Liter ≈ 24–36 Liter
- 7 Tage: 4 Personen × 7 Tage × 2–3 Liter ≈ 56–84 Liter
Nahrungsmittel
Du musst nicht perfekt kalorienoptimiert planen. Wichtig ist:
- Haltbar
- Ohne oder mit wenig Energieaufwand zuzubereiten
- Von dir und deiner Familie auch wirklich gegessen
Beispiele:
- Brot und Knäckebrot, Haferflocken
- Konserven (Bohnen, Linsen, Gemüse, Suppen, Fleisch, Fisch)
- Nüsse, Trockenfrüchte, Riegel
- Instantgerichte, die nur heißes Wasser brauchen
Energie & Licht
- Pro Person mindestens eine brauchbare Taschenlampe + Batterien
- 1–2 Powerbanks mit realistischer Kapazität
- Optional: kleine Powerstation, um z.B. Router, Laptop und einige Lampen mehrere Stunden bis Tage versorgen zu können
Schritt 4: Prioritätenliste erstellen
- Überleben & Gesundheit
- Wasser
- Einfaches Essen
- Medikamente
- Grundhygiene
- Komfort & Alltag
- Warmes Essen
- Licht, Unterhaltung, Ladung von Geräten
- Etwas Vielfalt im Essen (nicht nur Nudeln mit Soße)
- Langfristiges Durchhalten
- Wärme (Heizen/Kleidung/Decken)
- Möglichkeiten zur einfachen Kommunikation
- Beschäftigung für Kinder & Mitbewohner
Schritt 5: Einkauf und Lagerung in Etappen
Du musst nicht alles auf einmal kaufen. Plane z.B.:
- Monat 1: Wasser + Grundnahrungsmittel für 3 Tage
- Monat 2: weitere Lebensmittel plus Batterien, Kerzen, Taschenlampen
- Monat 3: Gaskocher/Spirituskocher, zusätzlicher Wasservorrat, vielleicht eine Powerbank mehr
- Monat 4+: Ausbau Richtung 7–10 Tage Vorrat
⚙️ Praxis-Tipp:
Arbeite mit einem „erweiterten normalen Vorrat“: Du kaufst von Dingen, die du sowieso isst, einfach 1–2 Pakete mehr und verbrauchst sie im Alltag (First in – first out).
📦 Checkliste nach Szenarien: Stunden, Tage, Wochen
Hier eine kompakte Übersicht, an der du dich orientieren kannst.
Basis-Checkliste für <24 Stunden
Ziel: Komfort sichern, kleine Pannen auffangen.
- Taschenlampe pro Person + Ersatzbatterien
- Kerzen / Teelichter + Streichhölzer/Feuerzeug
- 1–2 Powerbanks, möglichst voll geladen
- Einfache Snacks & fertige Speisen (Brot, Aufstrich, Obst, Riegel)
- Batteriebetriebenes oder Kurbelradio
- Kleine Barreserve (Scheine, Münzen)
Basis-Checkliste (72 Stunden)
Ziel: 3 Tage weitgehend selbst klarkommen.
Wasser & Getränke
- Mindestens 2–3 Liter pro Person und Tag
- Tee, Kaffee (löslich), ggf. Saft/ISO-Getränke
Lebensmittel
- Haltbare Grundnahrungsmittel:
- Brot/Knäckebrot, Haferflocken, Reis, Nudeln
- Konserven (Gemüse, Hülsenfrüchte, Suppen, Fleisch/Fisch)
- Nüsse, Trockenfrüchte, Riegel
- Spezielles für Kinder (z.B. Brei, Snacks)
Energie & Licht
- Mehrere Taschenlampen + Batterien
- 1–2 Powerbanks
- Kerzen, ggf. LED-Campinglampen
- Einfacher Notkocher (Gas/Spiritus) + Brennstoff (sicher lagern!)
Hygiene & Gesundheit
- Feuchttücher, Seife, Müllbeutel
- Persönliche Medikamente + kleine Reserve
- Verbandsmaterial, Pflaster, Schmerzmittel
Erweiterte Checkliste (7–14 Tage)
Ziel: Längere Ausfälle mit weniger Stress überstehen.
Zusätzlich zu den 72-Stunden-Punkten:
- Mehr Wasser (ggf. Kanister)
- Größerer Lebensmittelpuffer (z.B. getrocknete Lebensmittel, mehr Konserven)
- Reserve-Gas-Kartuschen/Spiritus für den Kocher
- Warme Kleidung, Decken, Schlafsäcke
- Spiele, Bücher, Beschäftigung für Kinder
- ggf. Powerstation + kleines Solarpanel (für längere Laufzeit wichtiger Geräte)
- Ein einfacher, sicher betriebenen Heizersatz (z.B. Holzofen, falls vorhanden und zulässig)
Spezielle Bedürfnisse (Medikamente & Co.)
- Dauermedikamente: kleine Sicherheitsreserve, Rotationsprinzip
- Kühlpflichtige Medikamente: ggf. mit Arzt oder Apotheke Notfallstrategie besprechen
- Babynahrung, Windeln, Spezialnahrung
- Tierfutter und Versorgung für Haustiere
🔋 Energie, Wärme & Kommunikation in Abhängigkeit von der Blackout Dauer
Je länger die Blackout Dauer, desto mehr verschieben sich die Anforderungen an deine Ausrüstung.
Was reicht für 24 Stunden?
Kurzfristige Lösungen:
- Powerbank: Handy, ggf. Tablet laden
- Kerzen / Teelichter oder kleine LED-Lampen
- Batterieradio oder Kurbelradio für Informationen
- Vielleicht ein vollgeladener Laptop als „Energiepuffer“ für kurze Zeit
Für einen Tag brauchst du noch keinen Generator – gute Vorbereitung reicht.
Was brauchst du für 3–7 Tage?
Mittelfristig wird Energie gezielter eingesetzt:
- Mehrere Powerbanks oder eine kleine Powerstation, um:
- Handy
- Router (sofern Netz vorhanden)
- Kleine Lampen
- Evtl. einen Laptop
für einige Stunden am Tag zu betreiben
- Gaskocher / Campingkocher (mit Sicherheitsabstand, Lüftung & CO-Gefahr im Blick!)
- Kleine Solarpanels (z.B. Faltmodule) können Powerbanks/Powerstation nachladen
💡 Produkt-Denkanstoß (neutral):
Überlege dir, was für deinen Haushalt sinnvoll ist:
- Nur Powerbanks → gut für Kurzszenarien
- Powerstation + Solarpanel → mehr Komfort bei 3–7 Tagen
- Notstromaggregat → macht nur Sinn, wenn du es sicher bedienen, lagern und betanken kannst
Wo die Grenzen von Technik liegen
Technik löst nicht alles:
- Powerbanks sind irgendwann leer
- Generatoren brauchen Treibstoff, sind laut und können gefährlich sein (Abgase, CO, Brandgefahr)
- Große Lösungen sind teuer – und manchmal wird das Geld an anderer Stelle (z.B. Medikamente, Wasser, Lebensmittel, Wärmekleidung) sinnvoller eingesetzt
⚠️ Sicherheit immer zuerst:
- Generatoren niemals in geschlossenen Räumen betreiben
- Gaskocher nur so einsetzen, wie vom Hersteller vorgesehen
- Auf ausreichende Belüftung achten
🧭 Was bedeutet die Blackout Dauer für deinen Alltag?
Am Ende geht es nicht um Technik, sondern um Menschen und Alltag.

Familie & Kinder gut durch die Situation führen
Kinder reagieren nicht nur auf die Fakten, sondern auf deine Stimmung
Ritualisiere die Situation:
- „Spieleabend bei Kerzenschein“
- Gemeinsames Lesen, Brettspiele, Geschichten erzählen
- Erkläre in einfachen Worten, was passiert, ohne Horrorszenarien
💡 Mindset-Tipp:
Wenn du vorbereitet bist, kannst du ganz anders auftreten – ruhig, organisiert, zugewandt.
Arbeit, Homeoffice & finanzielle Aspekte
- Homeoffice fällt bei längeren Ausfällen oft komplett aus
- Bargeld wird wieder interessant: Kartenzahlung kann tagelang unzuverlässig sein
- Plane eine kleine Barreserve, die du nicht im Alltag „wegbezahlst“
Wenn du auf dauerhafte Stromversorgung beruflich angewiesen bist (z.B. Selbstständige mit eigenem Büro, medizinische Geräte zu Hause):
- Prüfe, ob eine individuelle Notstromlösung sinnvoll ist
- Oder ob du bei langer Störung auf Ausweichorte (Büro, Freunde, Co-Working) zurückgreifen kannst
Realistische Vorsorge statt Dauerangst

Der wichtigste Punkt zum Schluss:
Vorsorge soll dir Ruhe geben, nicht Angst machen.
- Ja, Stromausfälle und regionale Blackouts kommen vor
- Ja, mehrtägige Ausfälle sind selten, aber möglich
- Nein, du musst nicht für den „Zusammenbruch der Zivilisation“ planen
Wenn du:
- für 3 Tage solide vorbereitet bist
- und dich mittelfristig auf 7–10 Tage Versorgung hinbewegst
… bist du für die allermeisten realistischen Szenarien sehr gut aufgestellt.
📦 Dein nächster Schritt: Deinen persönlichen Blackout-Plan festlegen
Zum Abschluss ein kleiner Mini-Plan, den du heute starten kannst:
- Ziel setzen:
- „Wir wollen in 3 Monaten eine 72-Stunden-Vorsorge stehen haben.“
- Bestandsaufnahme machen:
- Was ist schon da? (Wasser, Lebensmittel, Batterien, Powerbanks, Decken…)
- Was fehlt noch?
- Einkaufsplan aufteilen:
- Liste in 3–4 Monats-Etappen schneiden
- Jede Woche/Monat ein oder zwei Punkte abhaken
- Checkliste erstellen und aufbewahren:
- Z.B. ausdrucken und innen an einen Schrank kleben
- Einmal im Jahr prüfen & anpassen:
- Abgelaufene Lebensmittel austauschen
- Veränderungen im Haushalt (neue Personen, Medikamente, Haustiere) berücksichtigen
FAQ zur Blackout Dauer
Wie lange dauert ein Stromausfall in Deutschland normalerweise?
Im Durchschnitt sind Haushalte in Deutschland pro Jahr nur rund 10–15 Minuten ohne Strom. Längere Ausfälle sind eher selten und betreffen meist nur kleinere Regionen.(Bundesnetzagentur)
Ab wann spricht man von einem Blackout und nicht nur von einem Stromausfall?
Von einem Blackout sprechen Experten meist, wenn es zu einem ungeplanten, großflächigen und länger andauernden Ausfall im überregionalen Stromnetz kommt, der nicht nur ein lokales Netzsegment betrifft.
Für welche Blackout Dauer sollte ich Wasser und Lebensmittel einplanen?
Realistisch ist: zuerst 3 Tage, dann nach und nach Ausbau auf 7–10 Tage. Damit orientierst du dich grob an offiziellen Empfehlungen zur privaten Notfallvorsorge.(BBK Bundesamt)
Wie lange funktioniert die Wasserversorgung ohne Strom?
Das hängt stark von deiner Region und der Technik ab. Wasserwerke brauchen Strom; bei kürzeren Ausfällen sorgen Puffer und Notfallpläne für Stabilität, bei längeren Ausfällen kann es aber zu Unterbrechungen kommen. Deshalb ist ein eigener Wasservorrat wichtig.
Lohnt sich ein Notstromaggregat schon für kurze Stromausfälle?
Für gelegentliche Ausfälle von wenigen Stunden lohnt sich ein Generator meist nicht. Da reichen Powerbanks, Lichtquellen und ein kleiner Vorrat. Generatoren machen erst bei längeren Ausfällen Sinn – und erfordern Wissen, Platz, Treibstoff und Sicherheitsmaßnahmen.
Wie wahrscheinlich ist ein mehrtägiger Blackout in Europa?
Ein flächendeckender Blackout gilt laut offiziellen Stellen als sehr unwahrscheinlich. Lokale oder regionale Ausfälle von mehreren Stunden bis wenigen Tagen sind deutlich wahrscheinlicher und sollten deine Hauptplanungsgrundlage sein.(Bundesregierung)
Wie oft sollte ich meinen Blackout-Plan überprüfen und anpassen?
Mindestens einmal im Jahr, zusätzlich nach größeren Veränderungen im Haushalt (Umzug, Familienzuwachs, neue Medikamente).
Mit diesem Wissen über Blackout Dauer hast du jetzt eine klare Orientierung:
Du musst nicht alles perfekt machen – aber jeder Schritt Richtung 3–10 Tage Vorsorge macht deinen Alltag im Krisenfall deutlich entspannter.

