Trinkwasser im Blackout: So sicherst du deine Wasserversorgung beim Stromausfall
Kurze Arbeits-Checkliste vorab
- Suchintention prüfen: überwiegend Do (konkret handeln können), ergänzt um Know (Funktionsweise der Wasserversorgung verstehen).
- Outline strikt übernehmen und in gut lesbare, alltagstaugliche Abschnitte übersetzen.
- Familien- & Einsteiger-Fokus halten: einfache Sprache, praktische Beispiele, keine Panikmache.
- Checklisten und Schritt-für-Schritt-Plan sauber ausformulieren.
- Icons 💡 ⚙️ 🧭 📦 ⚠️ gezielt für Tipps, Praxis, Orientierung, Vorrat & Warnungen einsetzen.
- Am Ende SEO-Metadaten ergänzen (Meta-Titel & Meta-Beschreibung).
Warum Wasser beim Stromausfall zur kritischen Ressource wird
Ohne Strom ist es schnell dunkel – aber ohne Wasser wird es gefährlich. Schon nach wenigen Stunden Blackout kann die Wasserversorgung ins Wanken geraten. Damit du verstehst, warum du dich rechtzeitig um dein Trinkwasser kümmern solltest, schauen wir uns zuerst an, wie Wasser überhaupt zu dir nach Hause kommt.
So läuft Trinkwasser normalerweise zu dir nach Hause
In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Trinkwasser meist selbstverständlich. Hinter dem Wasserhahn steckt aber eine ganze Kette von Technik:
- Wassergewinnung: Das Wasser kommt aus Grundwasserbrunnen, Quellen oder Talsperren.
- Aufbereitung: Im Wasserwerk wird gefiltert, belüftet und – falls nötig – desinfiziert.
- Speicher: Große Hochbehälter oder Wassertürme speichern Trinkwasser in erhöhter Lage.
- Verteilung: Pumpen und Steuerungen sorgen für den richtigen Druck im Leitungsnetz.
Solange alles läuft, merkst du davon nichts. Du drehst den Hahn auf – und es läuft.
Was sich bei einem Stromausfall ändert

Bei einem Stromausfall (einige Minuten bis wenige Stunden) kann vieles noch überbrückt werden:
- Hochbehälter geben weiterhin Wasser ab.
- Manche Anlagen haben Notstrom oder können kurzzeitig ohne aktive Steuerung auskommen.
- In vielen Regionen merkst du kurze Stromausfälle beim Wasser gar nicht.
Bei einem mehrtägigen Blackout sieht es anders aus:
- Pumpen in den Wasserwerken fallen aus – ohne Notstrom geht nichts mehr.
- Die Steuerung der Anlage funktioniert nicht zuverlässig.
- Der Druck im Leitungsnetz sinkt, Leitungen können leer laufen.
- Es besteht das Risiko, dass Keime ins Netz gelangen, wenn Unterdruck entsteht.
Die Folge: Aus dem Hahn kann erst weniger, dann gar kein Wasser kommen – oder es gibt offizielle Warnungen, dass das Wasser abgekocht werden muss.
Woran du erkennst, dass die Wasserversorgung kritisch wird
Achte bei einem längeren Stromausfall auf folgende Anzeichen:
- Der Wasserdruck sinkt merklich, der Strahl wird immer schwächer.
- Das Wasser wird trüb oder verfärbt.
- Es gibt Meldungen über Radio, Warn-Apps oder Lautsprecherwagen, dass du Wasser abkochen oder sparsam verwenden sollst.
- Nach einigen Stunden kommt zeitweise gar kein Wasser mehr – oder nur noch in höheren Etagen nicht.
🧭 Hinweis: Die Situation ist regional sehr unterschiedlich. Kleinere Gemeinden ohne Notstrom sind meist schneller betroffen als große Städte mit besserer Absicherung. Verlass dich deshalb nicht darauf, „dass schon irgendwer was macht“, sondern plane lieber selbst.
Warum besonders verletzliche Gruppen geschützt werden müssen
Kinder, Schwangere, ältere Menschen und Kranke reagieren empfindlicher auf Flüssigkeitsmangel und auf Keime im Wasser. Für sie ist sicheres Trinkwasser besonders wichtig:
- Sie dehydrieren schneller.
- Durchfall oder Erbrechen können schneller gefährlich werden.
- Medikamente müssen oft mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden.
⚠️ Warnung: Schon wenige Tage mit zu wenig oder verunreinigtem Wasser können für diese Gruppen lebensbedrohlich werden. Deshalb ist Wasser-Vorsorge kein „Nice-to-have“, sondern ein zentraler Teil deiner Blackout-Strategie.
Wasser Stromausfall – wie lange reicht das noch aus dem Hahn?
Eine der häufigsten Fragen lautet: „Wie lange kommt beim Stromausfall noch Wasser aus dem Hahn?“ Die ehrliche Antwort: Das lässt sich nicht exakt vorhersagen – es hängt stark von deinem Wohnort und der Infrastruktur ab. Du kannst dich aber an typischen Szenarien orientieren.
Typische Szenarien im Überblick
| Dauer Stromausfall | Mögliche Wassersituation | Empfohlene Maßnahmen |
|---|---|---|
| 0–6 Stunden | Meist normaler Betrieb, kaum Veränderungen | Normal nutzen, aber erste Vorräte prüfen |
| 6–24 Stunden | Druckschwankungen möglich, regionale Unterschiede | Wasser in saubere Behälter abfüllen |
| 24–72 Stunden | In vielen Regionen deutliche Probleme möglich | Vorräte nutzen, Wasser streng priorisieren |
| >72 Stunden | Netz kann teilw. oder komplett ausfallen | Auf Vorräte & alternative Quellen angewiesen |
🧭 Hinweis: Manche Wasserwerke sind gut abgesichert, andere kaum. Konkrete Aussagen findest du oft auf den Seiten deines Wasserwerks oder der Gemeinde – aber diese Infos helfen dir nur vor dem Blackout.
Kurzfristiger Stromausfall – wann du noch entspannt bleiben kannst
Bei einem Stromausfall von wenigen Stunden ist Panik fehl am Platz. In der Regel:
- bleibt die Wasserversorgung noch stabil,
- kannst du wie gewohnt trinken, kochen und die Toilette benutzen,
- lohnt es sich aber, vorsorglich ein paar Kanister oder Flaschen zu füllen.
💡 Survival-Tipp: Wenn der Strom weg ist und du ahnst, dass es länger dauern könnte: Fülle sofort Badewanne, Eimer und vor allem deine Trinkwasserkanister mit Leitungswasser. Das ist deine „Sicherungsleine“, falls der Druck später weg ist.
Mehrtägiger Blackout – ab wann eigener Vorrat entscheidend wird
Spätestens wenn der Strom länger als einen Tag ausfällt, solltest du dich nicht mehr auf die Leitungen verlassen. Ab diesem Punkt gilt:
- Trinke bevorzugt aus deinem Wasservorrat.
- Nutze Leitungswasser (falls noch vorhanden) vor allem zum Spülen und für grobe Hygiene.
- Plane so, dass dein Trinkwasser-Vorrat auch bei kompletter Netz-Störung mindestens 3 Tage hält – besser 7–14 Tage.
📦 Merke: Dein Wasservorrat ist nicht dazu da, „nett im Keller zu stehen“, sondern um dich genau in solchen Situationen abzusichern.
Wie viel Trinkwasser im Notfall wirklich nötig ist

Die nächste Frage: Wie viel Wasser solltest du für einen Stromausfall wirklich lagern? Hier geht es nicht um exakte Labormengen, sondern um praktikable Richtwerte.
Grundbedarf: Wie viel Wasser pro Person und Tag?
Eine einfache Faustregel für den Notfall:
- mindestens 2 Liter pro Person und Tag zum Trinken.
- plus 1–2 Liter pro Person und Tag für Kochen und minimale Hygiene.
Damit kommst du bei 3–4 Litern pro Person und Tag auf eine solide Basis. In Hitzeperioden, bei Krankheit, Stillenden oder sehr aktiven Menschen solltest du eher mehr einplanen.
⚠️ Warnung: Verlass dich nicht auf den Satz „Der Mensch hält drei Tage ohne Wasser aus“. Das ist ein theoretischer Extremwert – im echten Leben willst du weit davor bleiben.
Rechenbeispiele für typische Haushalte
Nehmen wir 3 Liter pro Person und Tag als Basis (2 l Trinken, 1 l Kochen/Hygiene):
- Single, 3 Tage: 1 Person × 3 Tage × 3 l = 9 Liter
- Single, 7 Tage: 1 × 7 × 3 l = 21 Liter
- Paar, 7 Tage: 2 × 7 × 3 l = 42 Liter
- Familie (2 Erwachsene, 2 Kinder), 7 Tage: 4 × 7 × 3 l = 84 Liter
Für 14 Tage verdoppelt sich die Menge entsprechend.
📦 Praktisches Bild:
- Ein normaler Wasserkanister hat 10–20 Liter.
- Eine Getränkekiste mit 1,5-l-Flaschen enthält meist 9 Liter.
So kannst du dir leicht vorstellen, wie viel Platz du für deinen Vorrat benötigst.
Was du bei Kindern, Senioren und kranken Personen einplanen solltest
Für empfindliche Gruppen solltest du einen zusätzlichen Puffer einbauen:
- Babys/Kleinkinder: brauchen zwar weniger Gesamtmenge, reagieren aber viel schneller auf Flüssigkeitsmangel – hier lieber 0,5–1 Liter extra pro Tag einplanen.
- Senioren: trinken oft zu wenig – erinnere aktiv ans Trinken und plane ausreichend aromatisiertes Wasser (z. B. Tee, Saftschorle) ein.
- Kranke: bei Fieber, Durchfall oder Erbrechen steigt der Bedarf deutlich.
💡 Survival-Tipp: Rechne am Ende “großzügig auf”: Nimm deine berechnete Menge und schlage mindestens 20–30 % Sicherheitsreserve obendrauf.
Wasservorrat anlegen – sichere Lagerung & Behälterwahl
Jetzt wird es konkret: Wie legst du praktisch einen Wasservorrat an, der sicher, lagerfähig und alltagstauglich ist?
Die richtigen Kanister & Flaschen auswählen
Geeignete Behälter für Trinkwasser sind z. B.:
- Trinkwasserkanister (lebensmittelecht, meist 10–30 l, oft mit Hahn)
- PET-Flaschen von Wasser oder ungesüßten Getränken (gut gespült, wiederverwendbar)
- Glasflaschen mit Schraubverschluss (stabil, lichtdurchlässig – kühl lagern)
Weniger geeignet oder kritisch:
- alte Saft- oder Limonadenflaschen (Zuckerrückstände → Keime)
- offene Eimer, Schüsseln, Gießkannen (kein Schutz vor Schmutz und Insekten)
- beschädigte oder spröde Kunststoffbehälter.
⚠️ Warnung: Nutze nur lebensmittelechte Behälter. Kanister aus dem Baumarkt, die vorher Chemikalien, Benzin oder andere Stoffe enthielten, sind tabu.
Leitungswasser richtig abfüllen und kennzeichnen
So gehst du beim Abfüllen vor:
- Behälter reinigen: Mit warmem Wasser und etwas Spülmittel gründlich ausspülen, gut nachspülen.
- Optional desinfizieren: Behälter mit heißem Wasser (nicht kochend, je nach Material) oder speziellen Reinigern für Trinkwasserbehälter behandeln.
- Frisches Leitungswasser einfüllen: Möglichst kalt einlaufen lassen.
- Behälter dicht verschließen: Keine Luftspalte lassen, Deckel gut zudrehen.
- Beschriften: Datum der Abfüllung und „Trinkwasser“ auf den Behälter schreiben.
🧭 Hinweis: In vielen Regionen ist Leitungswasser sehr gut kontrolliert und direkt als Trinkwasser geeignet. Wenn du unsicher bist, kannst du bei deinem Wasserversorger nachfragen, ob besondere Hinweise gelten.
Lagerbedingungen & Rotation – so bleibt Wasser länger frisch
Damit dein Vorrat lange verwendbar bleibt, beachte folgende Regeln:
- Kühl, dunkel und sauber lagern (z. B. Keller, Vorratsraum, Abstellkammer).
- Nicht in direkter Sonne oder über der Heizung lagern.
- Behälter vor Mäusen und anderen Tieren schützen.
- Keine starken Gerüche (Farben, Benzin, Reinigungsmittel) in unmittelbarer Nähe lagern.
📦 Rotationsprinzip („First in, first out“):
- Nutze regelmäßig Teile deines Vorrats im Alltag.
- Fülle dieselbe Menge umgehend wieder frisch nach.
- So bleibt dein Notvorrat automatisch jung, ohne dass du ständig alles neu organisieren musst.
💡 Survival-Tipp: Plane deinen Notvorrat so, dass er unauffällig in deinen normalen Alltag integriert ist – z. B. zusätzliche Getränkekisten, einige Kanister im Keller. So hast du auch bei Besuch oder spontanen Ausflügen immer Reserven.
Fertige Notfall-Wasserpacks vs. selbst abfüllen
Du kannst Wasser auch als fertig verpackten Notvorrat kaufen – meist in stabilen Beuteln oder Dosen mit sehr langer Haltbarkeit.
Vorteile:
- Sehr lange Lagerfähigkeit (oft 5 Jahre und mehr).
- Platzsparende, bruchsichere Verpackungen.
- Praktisch für Fluchtrucksäcke oder unterwegs.
Nachteile:
- Deutlich teurer als Leitungswasser.
- Muss ebenfalls rechtzeitig bestellt und gelagert werden.
💡 Produkt-Tipp: Eine Kombination ist oft ideal: Ein solider Basis-Vorrat aus selbst abgefülltem Leitungswasser plus einige Langzeit-Notwasserpacks für extreme Situationen oder zur Mitnahme.
Wasser filtern & Keime abtöten – Methoden im Vergleich
Nicht immer hast du ausschließlich sauberes Leitungswasser zur Verfügung. Spätestens wenn du auf Regenwasser, Bachwasser oder alte Vorräte zurückgreifst, wird Wasseraufbereitung wichtig.
Überblick: Welche Methoden gibt es?
Die wichtigsten Methoden im Notfall sind:
- Filtration (mechanisch): Schwebstoffe, Schmutz und ein Teil der Keime werden durch feine Filterporen entfernt.
- Aktivkohle: reduziert Gerüche, Geschmacksstoffe und einige chemische Verunreinigungen.
- Abkochen: tötet die meisten Krankheitserreger ab.
- Chemische Desinfektion: Tabletten oder Tropfen auf Basis von Chlor oder Silberionen.
- UV-Desinfektion: spezielle UV-Geräte, meist batteriebetrieben.
Keine Methode ist perfekt – oft ist eine Kombination am sichersten.
Abkochen – was es kann und was nicht
Abkochen ist die bekannteste Methode:
- Wasser sprudelnd kochen lassen (mindestens 1–3 Minuten, je nach Empfehlung der Behörden).
- Die Hitze tötet die meisten Bakterien, Viren und Parasiten.
Grenzen:
- Chemische Stoffe (z. B. Pestizide, Schwermetalle) bleiben im Wasser.
- Energieaufwand ist hoch – du brauchst Gas, Spirituskocher oder ähnliches.
⚙️ Praxis-Tipp: Wenn das Wasser trüb ist, zuerst filtern (z. B. durch Tuch, Kaffeefilter oder einen geeigneten Wasserfilter) und erst danach abkochen. Sonst verbrauchst du viel Energie und die Keime werden nicht zuverlässig erfasst.
Entkeimungstabletten & chemische Desinfektion
Entkeimungstabletten sind im Outdoor- und Krisenbereich weit verbreitet. Sie enthalten z. B. Chlor oder Silberverbindungen.
Vorteile:
- Leicht zu lagern, lange haltbar.
- Sehr platzsparend (ideal für Rucksäcke).
- Einfach anzuwenden (Tablette ins Wasser, warten, fertig).
Wichtig bei der Anwendung:
- Dosierung und Einwirkzeit genau nach Herstellerangaben einhalten.
- Wasser vorher möglichst klar filtern.
- Geschmack kann sich verändern – im Notfall zweitrangig, aber einplanen.
⚠️ Warnung: Überdosierung oder falsche Mittel (z. B. Haushaltsreiniger, reines Chlorgranulat) können die Gesundheit ernsthaft gefährden. Nutze nur Produkte, die ausdrücklich für Trinkwasser geeignet sind.
Schwerkraftfilter und mobile Filter im Notfall
Mechanische Filter (z. B. Keramik-, Hohlfaser- oder Aktivkohlefilter) sind eine sehr gute Ergänzung zur Vorratshaltung.
Schwerkraftfilter:
- Großer Behälter oben, Filtereinheit in der Mitte, Auffangbehälter unten.
- Funktioniert ohne Strom – nur mit Schwerkraft.
- Ideal für Haushalte im Blackout, um mehrere Liter pro Tag zu reinigen.
Kompakte Outdoor-Filter:
- Leichte, mobile Filter (z. B. Pumpfilter oder Strohhalmfilter).
- Gut für unterwegs oder den Fluchtrucksack.
💡 Produkt-Tipp: Für Haushalte sind Schwerkraftfilter besonders praktisch – du füllst oben Regen- oder Leitungswasser ein und bekommst unten trinkbares Wasser, ohne dauernd kurbeln oder pumpen zu müssen.
Welche Methode wogegen hilft – Kurzüberblick
| Methode | Wirkt gegen | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Abkochen | Keime (Bakterien, Viren) | Einfach, keine Spezialprodukte | Hoher Energiebedarf, keine Chemie-Entfernung |
| Mechanische Filter | Schmutz, viele Keime | Ohne Strom, vielseitig nutzbar | Filterelemente müssen gereinigt/ersetzt werden |
| Aktivkohle | Geruch, Geschmack, teils Chemie | Verbessert Geschmack | Gesättigte Aktivkohle muss gewechselt werden |
| Chemische Desinfektion | Keime | Sehr kompakt, lange haltbar | Wartezeit, Geschmack, richtige Dosierung nötig |
| UV-Desinfektion | Keime | Schnell, ohne Chemie | Braucht Strom/Batterien, klares Wasser nötig |
⚙️ Praxis-Tipp: Für den Haushalt ist eine Kombination aus Filter + Abkochen oder Tabletten ideal. So erhöhst du die Sicherheit, auch wenn die Ausgangsqualität des Wassers unklar ist.
Alternative Wasserquellen beim Blackout nutzen

Wenn Leitungswasser und Vorrat knapp werden, musst du auf andere Quellen ausweichen. Dabei gilt immer: Sicherheit geht vor Menge.
Mögliche Wasserquellen in der Umgebung
Folgende Quellen sind im Notfall grundsätzlich denkbar:
- Regenwasser (Dach, Regenfass, improvisierte Sammelstellen)
- Oberflächenwasser (Bach, Fluss, See, Teich)
- Brunnen- und Quellwasser
- Technische Speicher im Haus (Heizungsanlage, Boiler, Spülkasten – meist kein Trinkwasser, aber für Toilettenspülung)
🧭 Hinweis: Viele dieser Quellen sind ohne Aufbereitung nicht trinkbar. Sie können aber für die Toilette oder grobe Reinigung sehr nützlich sein.
Regenwasser im Notfall clever nutzen
Regenwasser ist vergleichsweise „sauber“, wenn es direkt gesammelt wird (z. B. mit einer Plane oder einem sauberen Gefäß). Dachrinnenwasser kann dagegen mit:
- Vogelkot,
- Laub,
- Staub und Partikeln
verunreinigt sein.
Für die Nutzung als Trinkwasser gilt:
- Regenwasser immer filtern und desinfizieren.
- Wenn möglich vorher durch einen mechanischen Filter laufen lassen.
- Danach abkochen oder chemisch desinfizieren.
Oberflächenwasser (Bach, See) – nur mit Filtern & Regeln
Wasser aus Bächen, Flüssen oder Seen ist optisch oft klar – kann aber voller Keime oder Chemikalien stecken.
Grundregeln:
- Möglichst fließendes Wasser nutzen, nicht stehende Tümpel.
- Immer mehrstufig aufbereiten: grob filtern → fein filtern → desinfizieren.
- Abstand zu landwirtschaftlichen Flächen, Industrie oder Kläranlagen halten.
⚠️ Warnung: Trinke niemals ungefiltertes Oberflächenwasser, selbst wenn es „klar“ aussieht. Du siehst Keime nicht – aber dein Darm merkt sie.
Brunnen- und Quellwasser – wann es kritisch wird
Privatbrunnen oder Quellen können eine gute Ressource sein – wenn sie regelmäßig geprüft wurden.
- Ein geprüfter Trinkwasserbrunnen ist im Blackout Gold wert.
- Ein alter, ungenutzter Brunnen kann dagegen verkeimt sein.
💡 Survival-Tipp: Wenn du einen Brunnen im Umfeld hast, informiere dich jetzt bei Eigentümer:innen oder Gemeinde, wie die Wasserqualität eingeschätzt wird. Im Ernstfall ist dafür keine Zeit mehr.
Schritt-für-Schritt-Plan: Deine persönliche Wasserstrategie für den Stromausfall
Jetzt kommt das Herzstück: ein konkreter Plan, den du für deinen Haushalt anpassen kannst.
Vor dem Blackout – jetzt vorbereiten
- Bedarf berechnen
- Personen im Haushalt zählen (inkl. Babys, Senioren, Haustiere).
- Tage definieren, für die du vorsorgen willst (mind. 3, besser 7–14).
- Wasserbedarf mit der Formel berechnen:
- Personen × Tage × 3 Liter = Mindestvorrat
- plus 20–30 % Sicherheitsreserve.
- Geeignete Behälter beschaffen
- Trinkwasserkanister (10–30 l) und/oder zusätzliche Getränkekisten kaufen.
- Platz im Keller, in der Abstellkammer oder unter dem Bett einplanen.
- Wasservorrat aufbauen und beschriften
- Leitungswasser in Kanister abfüllen.
- Flaschen und Kanister mit Datum versehen.
- Vorratsliste erstellen (wie viele Liter, wo gelagert).
- Mindestens eine Filter-/Desinfektionslösung auswählen
- Schwerkraftfilter für den Haushalt oder Outdoor-Filter besorgen.
- Entkeimungstabletten oder andere geeignete Chemie als Backup.
- Im Alltag testweise benutzen, um die Handhabung zu üben.
- Alternative Wasserquellen identifizieren
- Regenrinnen, Regentonnen, nahe Gewässer, mögliche Brunnen notieren.
- Entscheiden, welche Quellen du im Ernstfall wirklich nutzen würdest.
- Familien-Notfallplan abstimmen
- Wer füllt im Blackout zuerst Wasser ab?
- Wo stehen Kanister, Filter und Tabletten?
- Wie wird rationiert (Trinken hat Priorität vor Waschen und Putzen)?
📋 Checkliste „Wasservorrat anlegen“
- [ ] Haushaltsgröße und Tage festgelegt
- [ ] Wassermenge berechnet + Reserve
- [ ] Trinkwasserkanister/Flaschen besorgt
- [ ] Leitungswasser abgefüllt und beschriftet
- [ ] Lagerort festgelegt und aufgeräumt
- [ ] Filter/Entkeimungstabletten vorhanden
- [ ] Alternative Wasserquellen notiert
- [ ] Familienplan besprochen
Während des Blackouts – so gehst du Tag für Tag vor
- Tag 1:
- Prüfe, ob noch Leitungswasser vorhanden ist, und fülle ggf. letzte Behälter.
- Wechsle im Alltag so früh wie möglich auf Vorratswasser zum Trinken.
- Reduziere Wasserverbrauch (kurze Katzenwäsche statt Vollbad).
- Tag 2–3:
- Verbrauch im Blick behalten – nicht verschwenden, aber auch nicht „verdursten“.
- ggf. erste alternative Quellen nutzen und aufbereiten.
- Auf offizielle Hinweise zu Trinkwasserqualität achten.
- Ab Tag 4:
- Vorrat streng priorisieren: Trinken > Kochen > minimale Hygiene.
- Regelmäßig Wasser filtern/desinfizieren, wenn du externe Quellen nutzt.
Nach dem Blackout – Wasser wieder „normal“ nutzen
- Warte offizielle Entwarnungen zur Trinkwasserqualität ab.
- Spüle Leitungen kurz durch, bevor du wieder direkt aus dem Hahn trinkst.
- Prüfe deinen verbliebenen Vorrat:
- Was ist übrig?
- Wo gab es Engpässe?
- Passe deine Planung für die Zukunft an (z. B. größere Reserve, anderer Lagerort).
🧭 Hinweis: Nutze die Erfahrung, um deinen Haushalt langfristig krisenfester zu machen – nicht nur für Stromausfälle, sondern auch für andere Störungen der Infrastruktur.
Häufige Fehler & Mythen rund um Wasser im Notfall
Zum Schluss räumen wir noch mit typischen Irrtümern auf – damit du gefährliche Fehler vermeidest.
„Leitungswasser hält ewig, ich muss nichts tun.“
Leitungswasser ist zwar gut kontrolliert, aber nicht für jahrelange Lagerung in beliebigen Behältern gedacht. Je nach Lagerung können sich Keime vermehren oder Geschmack und Geruch verändern.
- Saubere, geschlossene Behälter + dunkle, kühle Lagerung sind Pflicht.
- Regelmäßige Rotation sorgt für mehr Sicherheit.
„Abkochen macht alles sicher.“
Abkochen ist sehr hilfreich – aber keine Allzweckwaffe.
- Keime werden weitgehend unschädlich gemacht.
- Chemische Stoffe, Schwermetalle oder Kraftstoffreste bleiben im Wasser.
⚠️ Warnung: Wasser, das nach Benzin, Lösungsmitteln oder starken Chemikalien riecht, gehört nicht in den Kochtopf, sondern entsorgt – auch im Notfall.
Mythen zu Desinfektionsmitteln
Immer wieder kursieren Tipps wie „einfach etwas Haushaltsbleiche ins Wasser“ oder ähnliche Experimente.
- Falsche Produkte oder falsche Dosierung können Schleimhäute und Organe schädigen.
- Manche Mittel sind für Poolwasser oder technische Zwecke gedacht – nicht für Trinkwasser.
💡 Survival-Tipp: Verwende nur Desinfektionsmittel, die ausdrücklich für Trinkwasser zugelassen sind – und halte dich genau an die Anleitung.
Ungeeignete Behälter
„Es wird schon gehen, ich nehme alte Saftflaschen“ – dieser Gedanke rächt sich schnell.
- Zuckerrückstände sind ein Festmahl für Bakterien.
- Schlechte Verschlüsse lassen Schmutz und Insekten hinein.
Besser: geprüfte Trinkwasserbehälter oder aktuelle PET-/Glasflaschen.
Infos aus zweifelhaften Quellen
Im Internet kursieren viele Halbwahrheiten und extreme Szenarien.
- Bevorzuge offizielle Stellen (z. B. Katastrophenschutz, Gesundheitsämter, Wasserversorger).
- Ergänze diese Infos mit seriösen Ratgebern zur Krisenvorsorge.
🧭 Hinweis: Ziel ist nicht, jede theoretische Gefahr abzudecken, sondern deinen Alltag krisenfest und handhabbar zu machen.
FAQ – schnelle Antworten auf häufige Fragen
Wie lange kommt noch Wasser aus dem Hahn, wenn der Strom ausfällt?
Das hängt stark von deiner Region ab. Kurzfristig (bis ca. 24 Stunden) kann in vielen Gebieten Wasser aus Hochbehältern weiterlaufen. Bei längeren Blackouts musst du damit rechnen, dass der Druck sinkt oder das Wasser ganz ausbleibt.
Wie viel Trinkwasser sollte ich für einen Stromausfall lagern?
Plane mindestens 3 Liter pro Person und Tag für 3–7 Tage ein – plus Reserve. Für Familien, Hitzeperioden und Kranke lieber etwas mehr.
Wie lange ist abgefülltes Leitungswasser haltbar?
In sauberen, dicht verschlossenen, kühl und dunkel gelagerten Behältern ist Leitungswasser oft mehrere Monate gut nutzbar. Rotierst du regelmäßig, bleibt der Vorrat praktisch immer „frisch genug“.
Welcher Wasserfilter eignet sich für den Notfall zuhause?
Für Haushalte sind Schwerkraftfilter sehr praktisch, weil sie ohne Strom funktionieren und mehrere Liter pro Tag aufbereiten können. Ergänzend sind kleine Outdoor-Filter und Entkeimungstabletten sinnvoll.
Reicht es, Wasser einfach nur abzukochen?
Abkochen schützt gut vor Keimen, aber nicht vor chemischen Verunreinigungen. Trübes Wasser solltest du zuerst filtern, stark riechendes Wasser gar nicht trinken.
Kann ich Regenwasser im Blackout als Trinkwasser nutzen?
Ja, aber nur nach gründlicher Aufbereitung: filtern, desinfizieren und idealerweise abkochen. Dachrinnenwasser ist ohne Behandlung nicht als Trinkwasser geeignet.

