Notfallplan erstellen: Schritt-für-Schritt

Familie sitzt am Esstisch und bespricht ruhig ihren Notfallplan für zuhause.

Table of Contents

🧭 Warum du einen Notfallplan brauchst — Ziel/Outcome: Bewusstsein & Motivation schaffen

Wenn es ernst wird, bleibt keine Zeit zum Nachdenken. In diesen Momenten entscheidet sich innerhalb von Sekunden, ob deine Familie ruhig und gemeinsam handelt – oder ob Chaos ausbricht. Ein Notfallplan ist wie ein Drehbuch für Situationen, in denen dein Kopf eigentlich schon überfordert ist.

Unterschied: Vorräte haben vs. Plan haben

Viele Menschen verbinden Krisenvorsorge zuerst mit Wasser, Konserven und Taschenlampen. Das ist wichtig – aber ohne Plan bleibt all das oft ungenutzt im Schrank.

  • Vorräte beantworten die Frage: „Was haben wir im Notfall?“
  • Der Notfallplan beantwortet die Frage: „Wer macht was – und in welcher Reihenfolge?“

Ohne Plan kann es passieren, dass alle gleichzeitig in verschiedene Richtungen rennen, niemand ans Notradio denkt oder wichtige Medikamente zu Hause liegen bleiben.

💡 Survival-Tipp: Sieh deinen Notfallplan als Ergänzung zu deinen Vorräten – erst beides zusammen macht euren Haushalt wirklich krisenfester.

Typische Notfallszenarien für Familien

Stell dir vor, du bist verantwortlich für Kinder, vielleicht für deine Eltern oder Großeltern – und dann passiert eines der folgenden Szenarien:

  • Stromausfall/Blackout: Kein Licht, kein Fahrstuhl, Heizung und Internet fallen aus. Handys laden nicht mehr.
  • Wohnungsbrand: Rauch im Treppenhaus, Panik, alle müssen schnell raus – aber wo trefft ihr euch? Wer nimmt das Kind an die Hand?
  • Akuter medizinischer Notfall: Jemand kollabiert, ein Kind verletzt sich schwer. Wer ruft den Notruf, wer kümmert sich um die anderen Kinder?
  • Unwetter oder Hochwasser: Straßen sind gesperrt, Kindergarten oder Schule rufen an, dass du dein Kind früher abholen musst.
  • Evakuierung: Feuerwehr klingelt, ihr müsst die Wohnung oder das Haus kurzfristig verlassen.

Ein Notfallplan hilft dir, diese Szenarien gedanklich einmal „durchzuspielen“ – in Ruhe, bevor etwas passiert. Dadurch hast du im Ernstfall einen klaren Leitfaden.

Verantwortung übernehmen – aber nicht allein tragen

In vielen Familien gibt es eine Person, die „sich um alles kümmert“. Vielleicht bist du das.

Das Problem: Wenn nur eine Person den Überblick hat, entsteht ein Risiko:

  • Fällt diese Person aus, weiß niemand, wo wichtige Dokumente liegen oder was zu tun ist.
  • Kinder und Partner:innen fühlen sich im Ernstfall hilflos.

Ein guter Notfallplan verteilt Verantwortung:

  • Alle wissen grob, was zu tun ist.
  • Kinder kennen einfache Regeln (z.B. „Wir treffen uns immer vor dem Hauseingang“).
  • Auch Großeltern oder Nachbar:innen können einbezogen werden (z.B. als Notfallkontakte).

⚙️ Praxis: Mach aus dem Thema keinen „Geheimordner“, sondern ein gemeinsames Familienprojekt. Das nimmt Druck von dir – und gibt allen mehr Sicherheit.

Was ohne Plan schiefgehen kann

Ohne vorherige Absprachen passiert im Notfall oft genau das, was du nicht brauchst:

  • Panik & Streit: Alle reden durcheinander, niemand trifft klare Entscheidungen.
  • Zeitverlust: Wichtige Minuten vergehen, weil ihr nach Schlüsseln, Handy oder Medikamenten sucht.
  • Fehlende Infos: Keiner weiß, welche Medikamente das Kind nimmt, welche Allergien jemand hat oder wie die Telefonnummer vom Kinderarzt lautet.
  • Trennungen: Kinder laufen aus Reflex in Richtung Schule oder zu Freund:innen, Eltern in die andere Richtung – und niemand weiß, wo der andere ist.

Ein Plan verhindert nicht jeden Fehler, aber er reduziert unnötige Risiken. Du kannst damit viele Entscheidungen „vorab treffen“.

Vorteile eines klaren Notfallplans

Ein guter, geübter Plan bringt dir:

  • Struktur: Jeder weiß, was seine erste Aufgabe ist.
  • Ruhe: Du kannst dich auf den Plan verlassen – auch wenn du aufgeregt bist.
  • Schnelligkeit: Keine Sucherei nach Telefonnummern oder Treffpunkten.
  • Sicherheit für Kinder: Klare Regeln geben Kindern Halt und Orientierung.
  • Entlastung: Du bist als verantwortliche Person nicht mehr allein mit allem.

🧭 Hinweis: Es geht nicht darum, jede denkbare Katastrophe perfekt abzudecken. Ziel ist ein solider, alltagstauglicher Plan für die häufigsten und wichtigsten Notfälle.

🧱 Grundlagen: Was gehört in einen Notfallplan? — Ziel/Outcome: Struktur & Inhalte klären

Bevor du loslegst, ist es hilfreich zu wissen, welche Bausteine ein Notfallplan überhaupt haben sollte. So vermeidest du Lücken und kannst später leichter Checklisten und Vorlagen nutzen.

Die wichtigsten Bausteine deines Notfallplans

Ein privater Notfallplan für Haushalt und Familie besteht in der Regel aus diesen Elementen:

  1. Notfallkontakte & Kontaktkette
    • Wichtige Telefonnummern (z.B. 112, 110, ärztlicher Bereitschaftsdienst, Kinderarzt, Nachbar:in, Schule, Arbeitgeber).
    • ICE-Kontakte („In Case of Emergency“) im Handy.
  2. Kommunikationsplan
    • Wie erreicht ihr euch, wenn Telefon/Handy eingeschränkt funktionieren?
    • Wer informiert wen – innerhalb der Familie und außerhalb?
  3. Treffpunkte & Fluchtwege
    • Treffpunkt in der Wohnung (z.B. Flur vor der Wohnungstür).
    • Treffpunkt außerhalb (z.B. vor dem Hauseingang, an der Straßenecke, beim Supermarkt).
    • Alternative Treffpunkte, falls der übliche Weg blockiert ist.
  4. Rollen & Aufgaben
    • Wer nimmt welches Kind an die Hand?
    • Wer übernimmt den Notruf?
    • Wer kümmert sich um Haustiere oder wichtige Medikamente?
  5. Wichtige Informationen & Dokumente
    • Gesundheitsinfos (Allergien, Medikamente, Vorerkrankungen).
    • Kopien wichtiger Dokumente bzw. Hinweis, wo der Notfallordner liegt.
    • Versicherungsnummern, Kontaktdaten von Hausverwaltung oder Vermieter:in.
  6. Warn- und Informationswege
    • Welche Warn-Apps nutzt ihr (z.B. NINA, KATWARN, BIWAPP, Cell Broadcast-Hinweise)?
    • Wo findet ihr verlässliche Informationen im Krisenfall (Behörden, Stadt, lokale Nachrichten)?

📌 Checkliste – Bausteine prüfen

  • [ ] Notfallkontakte zusammengestellt
  • [ ] Kommunikationsplan skizziert
  • [ ] Treffpunkte drinnen & draußen definiert
  • [ ] Rollen & Aufgaben grob verteilt
  • [ ] Gesundheitsinfos & Dokumente erfasst
  • [ ] Warn-Apps eingerichtet und getestet

Unterschiedliche Pläne für Zuhause, unterwegs, Arbeit & Schule

Dein „Hauptplan“ dreht sich um eure Wohnung oder euer Haus. Gleichzeitig gibt es Situationen, in denen ihr räumlich getrennt seid:

  • Kinder in Schule oder Kita
  • Eltern bei der Arbeit
  • Jugendliche auf dem Weg zur Ausbildung oder Freizeitaktivitäten

Sinnvoll ist daher ein Grundplan, den du dann leicht anpasst:

  • Zuhause: Fokus auf Fluchtwege, Sammelpunkte, Notruf, Dokumente und Vorräte.
  • Unterwegs: Was tun, wenn der Strom länger ausfällt und du nicht nach Hause kommst? Wen informierst du? Welche Treffpunkte gibt es in der Stadt?
  • Arbeit/Schule: Welche offiziellen Notfallpläne gibt es vor Ort bereits? Wie passen eure Familienregeln dazu?

🧭 Hinweis: Du musst nicht drei völlig verschiedene Pläne schreiben. Eine Basisstruktur reicht – markiere einfach, was speziell für „Zuhause“, „unterwegs“ oder „Arbeit/Schule“ gilt.

Baustein „Kommunikationsplan“

Ein klarer Kommunikationsplan verhindert, dass du im Ernstfall ständig alle gleichzeitig anrufen musst.

Typische Elemente:

  • Hauptkontaktperson außerhalb des Haushalts (z.B. Tante, Freund, Großeltern), die als Sammelstelle für Infos dient.
  • Reihenfolge, wer wen anruft oder per Nachricht informiert.
  • Vereinbarte Kurz-Nachrichten, z.B.: „Ich bin okay, Treffpunkt X“.
  • Absprachen für den Fall, dass Handy & Internet ausfallen (z.B. Treffpunkt um eine bestimmte Uhrzeit).

⚙️ Praxis: Legt einen einfachen Satz fest, den alle im Notfall als SMS oder Messenger-Nachricht nutzen: „Mir geht es gut. Treffpunkt: [Ort], [Uhrzeit].“ So bleiben Nachrichten kurz und verständlich.

Baustein „Treffpunkte & Fluchtwege“

Gerade mit Kindern ist Klarheit entscheidend. Jeder sollte wissen:

  • Wo kommen wir zusammen, wenn wir das Gebäude verlassen müssen?
  • Welcher Weg ist der schnellste und sicherste?
  • Welche Alternativen gibt es, wenn Treppenhaus oder Straße blockiert sind?

Mögliche Treffpunkte:

  • Direkt vor der Haustür
  • Auf der anderen Straßenseite (bei Brand im Haus)
  • An einem markanten Punkt (Spielplatz, Bushaltestelle, Parkplatz)

💡 Survival-Tipp: Geht die Wege mit den Kindern tatsächlich ab – nicht nur darüber reden. Kinder merken sich Wege über Bewegung und Bilder.

Baustein „Rollen & Aufgaben im Haushalt“

Niemand kann im Notfall alles allein machen. Verteile Aufgaben so, dass auch ältere Kinder kleine, klare Aufgaben übernehmen können:

  • Eine Person: ruft den Notruf an.
  • Eine Person: nimmt das jüngste Kind an die Hand.
  • Eine Person: schnappt die vorbereitete Notfalltasche (mit Dokumenten, Medikamenten, Handy-Ladekabel, etwas Bargeld).
  • Kinder: ziehen Schuhe und Jacke an, folgen einer erwachsenen Person zum Treffpunkt.

⚠️ Warnung: Aufgaben wie „noch schnell etwas holen“ dürfen niemals dazu führen, dass jemand in eine verrauchte Wohnung zurückläuft. Sicherheit geht immer vor Eigentum.

⚙️ Schritt-für-Schritt: Deinen persönlichen Notfallplan erstellen — Ziel/Outcome: Konkrete Anleitung liefern

Jetzt wird es praktisch. In diesem Abschnitt erstellst du deinen eigenen Notfallplan – Schritt für Schritt. Nimm dir am besten Papier oder ein digitales Dokument zur Hand.

📌 Checkliste – So arbeitest du diesen Abschnitt durch

  • [ ] Zuerst die größten Risiken für euren Alltag notieren
  • [ ] Alle Haushaltsmitglieder und besonderen Bedürfnisse sammeln
  • [ ] Kommunikationswege und Notfallkontakte festlegen
  • [ ] Treffpunkte und Fluchtwege definieren
  • [ ] Rollen & Aufgaben verteilen
  • [ ] Plan verständlich dokumentieren
  • [ ] Plan mit allen durchgehen und einmal üben

Schritt 1 – Risiken im persönlichen Umfeld erkennen

Du musst nicht alle Katastrophenszenarien der Welt kennen. Konzentriere dich auf das, was für euch realistisch ist:

  • Wohnst du in einem Mehrfamilienhaus, Altbau oder Einfamilienhaus?
  • Lebt ihr in der Nähe eines Flusses (Hochwassergefahr)?
  • Gibt es Industrieanlagen, Bahngleise oder viel Verkehr in der Nähe?
  • Gibt es Personen mit besonderen gesundheitlichen Risiken?

Notiere 3–5 Szenarien, die euch am ehesten betreffen, z.B.:

  • Längerer Stromausfall
  • Wohnungsbrand
  • Unwetter/Hochwasser
  • Plötzlicher medizinischer Notfall

🧭 Hinweis: Diese Liste ist kein Horrorkatalog, sondern eine Arbeitsgrundlage. Sie hilft dir zu priorisieren.

Schritt 2 – Haushaltsmitglieder & besondere Bedürfnisse sammeln

Erstelle eine kleine Übersicht zu allen Personen im Haushalt:

  • Name, Alter
  • Wichtige Gesundheitsinfos (z.B. Asthma, Diabetes, Allergien)
  • Regelmäßig benötigte Medikamente
  • Besondere Bedürfnisse (z.B. Mobilität, Kommunikationsform)

Vergiss auch Haustiere nicht:

  • Art, Größe, benötigtes Futter
  • Transportmöglichkeit (Transportbox, Leine, Tragetasche)

⚙️ Praxis: Diese Übersicht kannst du später direkt in deinen Notfallordner übernehmen. So haben auch Rettungskräfte oder ärztliches Personal im Ernstfall einen schnellen Überblick.

Schritt 3 – Notfallkontakte & Kommunikationswege festlegen

: Familie steht gemeinsam am vereinbarten Treffpunkt vor dem Hauseingang.

Jetzt sammelst du alle wichtigen Kontaktdaten an einem Ort:

  • Notrufnummern (112, 110, ärztlicher Bereitschaftsdienst)
  • Kinderarzt, Hausarzt, Apotheken-Notdienst
  • Notfallkontakte außerhalb der Familie (z.B. Großeltern, Freunde, Nachbar:innen)
  • Ansprechpartner in Schule, Kita, Arbeit

Lege außerdem fest:

  • Wer ist eure Hauptkontaktperson außerhalb des Haushalts?
  • In welcher Reihenfolge werden Personen informiert?
  • Welche Apps oder Kanäle nutzt ihr (Telefon, SMS, Messenger, Warn-App)?

💡 Survival-Tipp: Speichere wichtige Kontakte mit „ICE“ im Namen (z.B. „ICE – Maria (Schwester)“). Rettungskräfte kennen diese Abkürzung und finden so schnell den passenden Kontakt.

Schritt 4 – Treffpunkte definieren

Lege mindestens zwei feste Treffpunkte fest:

  1. Direkt am Gebäude: z.B. vor dem Hauseingang oder am Briefkasten.
  2. Alternative in der Nähe: z.B. Spielplatz, Bushaltestelle oder ein markanter Ort 1–2 Straßen weiter.

Schreibe dazu:

  • Genaue Bezeichnung
  • Adresse oder kurze Wegbeschreibung
  • Besonderheit (z.B. „großer Baum“, „roter Kiosk“)

Besprich mit allen: Wenn wir getrennt werden oder uns nicht erreichen, gehen wir zu Treffpunkt X.

Schritt 5 – Wer übernimmt welche Aufgabe?

Jetzt ordnest du Aufgaben zu. Halte es bewusst einfach:

  • Person A: Notruf wählen und kurz & klar berichten.
  • Person B: Kinder sammeln, Haustür abschließen, zum Treffpunkt gehen.
  • Person C: Haustier sichern, Notfalltasche mitnehmen (falls gefahrlos möglich).

Auch Kinder können kleine Aufgaben bekommen:

  • Schuhe anziehen
  • Jacke holen
  • Taschenlampe nehmen

⚠️ Warnung: Aufgaben dürfen niemals dazu führen, dass jemand sich selbst in Gefahr bringt. Sicherheit und schnelle Evakuierung stehen immer an erster Stelle.

Schritt 6 – Plan dokumentieren: analog vs. digital

Nun bringst du alles übersichtlich in eine Form, die im Ernstfall funktioniert.

Analoge Variante (Papier):

  • Ausgefüllte Notfallplan-Vorlage in Klarsichthülle
  • Kopien an mehreren Orten (z.B. Flur, Küche, Notfallordner)
  • Kleine Notfallkarten im Geldbeutel oder in der Schultasche der Kinder

Digitale Variante:

  • Notizen-App oder PDF auf dem Smartphone
  • Foto deines ausgefüllten Plans in einem eigenen Album
  • Sichere Ablage in einer verschlüsselten Cloud

📌 Checkliste – Dokumentation

  • [ ] Plan auf 1–2 Seiten zusammengefasst
  • [ ] Plan gut sichtbar in der Wohnung aufgehängt
  • [ ] Digitale Kopie (Foto/Datei) erstellt
  • [ ] Wichtige Kontakte im Handy gespeichert

💡 Survival-Tipp: Kombiniere beide Varianten. Bei Stromausfall oder leerem Akku hilft dir nur die Papierversion – im Alltag ist die digitale Version praktisch.

Schritt 7 – Plan testen, aushängen & mit allen durchgehen

Ein Plan, den niemand kennt, hilft wenig. Nimm dir bewusst Zeit für eine kleine „Übung“:

  • Erkläre den Plan in ruhiger Atmosphäre (z.B. am Wochenende beim Frühstück).
  • Geht einmal gemeinsam den Weg zum Treffpunkt.
  • Spielt ein einfaches Szenario durch, z.B.: „Es klingelt, die Feuerwehr sagt, wir müssen kurz raus.“

⚙️ Praxis: Halte die Übung kurz und positiv. Es geht nicht darum, Angst zu machen, sondern Sicherheit zu geben. Lobe Kinder für ihr Mitmachen.

👨‍👩‍👧‍👦 Notfallplan für Kinder, Ältere & besondere Bedürfnisse — Ziel/Outcome: Plan familiengerecht machen

Mutter erklärt ihrem Kind ruhig den Notfallplan auf Augenhöhe.

Familien sind bunt – und nicht jede Person kann in einem Notfall gleich reagieren. Ein guter Notfallplan berücksichtigt das.

Kinder einbeziehen – ohne Angst zu machen

Kinder brauchen klare, einfache Botschaften:

  • Verwende kurze Sätze und wiederkehrende Regeln („Beim Alarm gehen wir immer zusammen vor die Tür.“).
  • Zeige ihnen, wo der Treffpunkt ist – am besten bei Tageslicht.
  • Lass sie einfache Aufgaben übernehmen (z.B. „Du nimmst dir deine Schuhe und gehst zu Mama/Papa an die Tür.“).

📌 Beispiel-Regeln für Kinder:

  • „Wir bleiben immer bei einem Erwachsenen.“
  • „Wir gehen nie allein zurück in die Wohnung.“
  • „Wenn wir uns verlieren, gehen wir zum Treffpunkt.“

Notfallkarten für Schultasche, Portemonnaie und Handy

Besonders hilfreich sind kleine Notfallkarten, die Kinder bei sich tragen können. Darauf stehen:

  • Name des Kindes
  • Name und Telefonnummer der Eltern/Erziehungsberechtigten
  • Adresse
  • Wichtige medizinische Hinweise (z.B. Allergien)

⚙️ Praxis: Laminiere die Karte oder stecke sie in eine Hülle, damit sie länger hält. Für Jugendliche eignet sich eine digitale Notiz oder ein Foto der Karte im Handy zusätzlich.

Pflegebedürftige Angehörige & Menschen mit Behinderung

Bei Menschen mit Pflegebedarf oder Behinderung solltest du im Notfallplan ergänzen:

  • Welche Hilfsmittel werden benötigt (Rollstuhl, Gehhilfe, Sauerstoffgerät)?
  • Welche Medikamente dürfen auf keinen Fall fehlen?
  • Wer kann im Notfall beim Transfer helfen (Nachbar:in, Pflegedienst)?

🧭 Hinweis: Kläre mit Pflegedienst oder Ärzt:innen, welche speziellen Punkte in einem Notfall besonders wichtig sind.

Haustiere im Notfallplan

Haustiere sind Familienmitglieder – aber sie werden in vielen offiziellen Plänen kaum erwähnt. Plane daher:

  • Wie transportierst du dein Tier (Box, Transporttasche, Leine)?
  • Wo ist eine Unterkunft möglich (Freunde, Familie, Pension)?
  • Gibt es jemanden, der das Tier im Notfall übernehmen kann, wenn du selbst im Krankenhaus bist?

💡 Survival-Tipp: Bewahre eine kleine Tier-Notfalltasche auf (Futter für 1–2 Tage, Schüssel, Leine, evtl. Medikamente). So musst du im Stress nicht lange suchen.

📁 Notfallordner & wichtige Dokumente sichern — Ziel/Outcome: Dokumenten- und Infozugriff im Ernstfall sicherstellen

Ein Notfallplan funktioniert noch besser, wenn wichtige Informationen und Unterlagen direkt greifbar sind. Genau dafür ist ein Notfallordner da.

Welche Dokumente gehören in den Notfallordner?

Typische Inhalte sind:

  • Personalausweise, Reisepässe (oder Kopien)
  • Geburtsurkunden, Heiratsurkunde, Sorgerechtsnachweise
  • Versicherungsunterlagen (Haftpflicht, Hausrat, Krankenversicherung, Lebensversicherung)
  • Wichtige Vertragsunterlagen (Mietvertrag, Kreditverträge)
  • Gesundheitsinfos (Impfpässe, Medikamentenpläne, Allergieausweise)
  • Vollmachten und Verfügungen (z.B. Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung)
  • Liste wichtiger Zugangsdaten (z.B. Online-Banking, E-Mail) – möglichst in einer sicheren Form

📌 Tipp-Struktur:

  • Trenne nach Themen (z.B. „Personen & Familie“, „Haus & Wohnung“, „Finanzen“, „Gesundheit“).
  • Verwende Register oder farbige Trennblätter.

Analoge vs. digitale Sicherung

Beides hat Vor- und Nachteile:

Papier/Ordner:

  • ✅ Unabhängig von Strom und Technik
  • ✅ Für Angehörige leicht zu finden
  • ⚠️ Muss vor Feuer und Wasser geschützt werden

Digital (gescannte Dokumente):

  • ✅ Schnelle Weitergabe im Notfall (z.B. an Anwält:innen, Versicherungen)
  • ✅ Sicherungs-Kopie, falls Originale verloren gehen
  • ⚠️ Datensicherheit und Zugang (Passwörter!) müssen geregelt sein

💡 Produkt-Tipp: Eine feuer- und wasserfeste Dokumententasche oder ein kleiner Safe schützt wichtige Originale zusätzlich.

Kurzübersicht im Notfallplan

Damit du im Ernstfall nicht den ganzen Ordner durchsuchen musst, lohnt sich eine Kurzübersicht im Notfallplan:

  • Wo steht der Notfallordner? (z.B. „Schlafzimmer, Kleiderschrank oben links“)
  • Wer kennt den Ort außer dir?
  • Welche Dokumente sind besonders wichtig, wenn ihr die Wohnung schnell verlassen müsst?

⚙️ Praxis: Markiere im Notfallplan 3–5 Dokumente, die im Extremfall Priorität haben (z.B. Ausweise, Medikamentenliste, Vorsorgevollmacht) – und bewahre diese möglichst gebündelt auf.

🔁 Notfallplan üben, aktualisieren & kommunizieren — Ziel/Outcome: Plan lebendig und wirksam halten

Ein Notfallplan ist kein einmaliges Projekt, das dann im Ordner verschwindet. Er lebt davon, dass ihr ihn kennt, nutzt und anpasst.

Warum ein Plan nur hilft, wenn alle ihn kennen

Wenn nur du den Plan kennst, wirst du im Notfall schnell zur „Hotline für alles“ – und bist selbst überfordert. Besser ist:

  • Alle Familienmitglieder kennen die wichtigsten Punkte.
  • Kinder können einfache Regeln wiedergeben.
  • Auch enge Bezugspersonen (z.B. Großeltern, Babysitter) wissen, wo der Plan hängt.

🧭 Hinweis: Du musst niemanden mit Details überfordern. Für viele reicht es, die 3–5 wichtigsten Regeln zu kennen.

Übungen planen, ohne Panik zu machen

Vater und Tochter testen spielerisch die Taschenlampe für den Notfallplan.

Kleine Übungen helfen, Unsicherheit abzubauen:

  • „Feueralarm“-Übung: Alle verlassen die Wohnung und treffen sich am Sammelpunkt.
  • „Stromausfall“-Abend: Für 1–2 Stunden ohne Strom leben (Kerzen, Taschenlampe, kein WLAN) – spielerisch.
  • „Kontakt-Check“: Testet, ob alle wichtigen Telefonnummern funktionieren.

⚙️ Praxis: Erkläre vorher, dass es eine Übung ist. Lass Kinder mitbestimmen („Wer möchte den Alarm-Timer stellen?“), dann wird daraus ein Team-Erlebnis statt Stress.

Wann solltest du den Plan aktualisieren?

Gute Anlässe für eine Aktualisierung sind z.B.:

  • Umzug oder Veränderung der Wohnsituation
  • Neue Telefonnummern oder Jobs
  • Geburt eines Kindes, Auszug von Familienmitgliedern
  • Neue Erkrankungen oder Medikamente
  • Wechsel von Apps oder Geräten (z.B. neues Handy)

📌 Checkliste – Plan aktualisieren

  • [ ] Adressen & Telefonnummern geprüft
  • [ ] Kontaktpersonen aktualisiert
  • [ ] Gesundheitsinfos & Medikamente geprüft
  • [ ] Warn-Apps und Technik aktualisiert
  • [ ] Plan erneut mit allen besprochen

Änderungen dokumentieren

Notiere auf dem Plan:

  • „Stand: Monat/Jahr“
  • Wer zuletzt Änderungen vorgenommen hat

So erkennst du schnell, wenn Informationen veraltet sein könnten.

🧭 Vorlagen, Checklisten & nächste Schritte — Ziel/Outcome: Umsetzungshürden senken, CTA platzieren

Zum Schluss geht es darum, die Hürde zwischen „verstanden“ und „gemacht“ so klein wie möglich zu machen.

So nutzt du Vorlagen sinnvoll

Wenn du eine Notfallplan-Vorlage oder Checklisten verwendest:

  • Nimm sie als Startpunkt, nicht als starre Pflichtliste.
  • Streiche, was auf euch nicht zutrifft.
  • Ergänze eigene Besonderheiten (z.B. „Oma wohnt im gleichen Haus“).

📌 Checkliste – Dein nächster kleiner Schritt

  • [ ] Einen festen Termin für die Erstellung des Plans setzen (z.B. nächsten Sonntag)
  • [ ] Notfallkontakte und Gesundheitsinfos zusammentragen
  • [ ] Treffpunkte festlegen und mit allen besprechen
  • [ ] Plan ausfüllen, kopieren und sichtbar aufhängen
  • [ ] In 6–12 Monaten einen Aktualisierungstermin im Kalender eintragen

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➡️ Weiterführender Artikel: [[Notvorrat anlegen: Lebensmittel & Wasser für 10–14 Tage]]

➡️ Weiterführender Artikel: [[Blackout-Vorsorge: Was tun bei langem Stromausfall?]]

➡️ Weiterführender Artikel: [[Notfallrucksack packen: Checkliste für Familien]]

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